High-Tech statt nervigen Weibern

“Fun, comfortable, stylish and easy to use” :-)

(via Outside of the Asylum)

Zurück ins finstere Mittelalter

Wie viele Leute braucht man, um bei 300 Millionen Menschen alle Glühbirnen zu wechseln? “Wenn man die richtigen Stellen schmiert, erstaunlich wenige” dürfte die ehrliche Antwort sein, die man aus den Konzernzentralen von Philips und Osram aber wohl kaum zu hören bekommen wird. Dort freut man sich lieber über kräftig sprudelnde Gewinne mit der unnützen und hochgiftigen Tranfunzel 2.0, von Liebhabern auch fälschlicherweise als “Energiesparlampe” bezeichnet. In Wirklichkeit sparen die teuren Teile nämlich weder Energie noch gar Geld, und von einer Lampe erwartet man gemeinhin auch mehr als das fahle Dämmerlicht, bei dem man höchstens noch gerade so den Titel der Bild-Zeitung entziffern kann. Aber vielleicht ist letzteres ja ein gewollter Nebeneffekt.

Wie auch immer, jedenfalls marschiert ganz Europa (samt den Schweizern, die aus lauter Doofheit freiwillig mitmachen) dank EU-Bürokratenwahn mit Riesenschritten zurück ins dunkle Mittelalter, von wo aus es nun gar nicht mehr so weit ist bis in die nasskalten Höhlen der Steinzeit, deren Wände allerdings -wir leben ja immer noch in modernen Zeiten- nicht mehr aus Felsen, sondern aus wärmeschutzverordnungskompatiblen Styroporplatten bestehen. Dem Schimmel ist’s einerlei, Hauptsache das Klima stimmt, der lebt und gedeiht und schaut von oben rechts aus der Zimmerecke dem stolzen Besitzer des DIN-gerechten Passivfertighäuschens beim Abzahlen seiner Subprime-Kredite genauso gleichgültig zu wie einst dem daheimgebliebenen Homo-erectus-Weibchen beim Hölzchenreiben, was aufgrund von Rauchverbot und Antidiskriminierungsgesetz heutzutage natürlich sowieso nicht mehr zulässig wäre.

Immerhin bleibt zu hoffen, dass wenigstens in einigen abgelegenen Alpentälern zivilisatorische Reste noch etwas länger erhalten bleiben. Der Staatssender ORF meldet aus Tirol nämlich Hamsterkäufe und stellenweise leere Lager. Das erinnert an die langen Schlangen vor den Geschäften in der DDR, wenn es ausnahmsweise mal Bananen gab. Ganz anders die Deutschen, deren erklärtes Ziel es ist, möglichst als erste in der dunklen Höhle zu sitzen, während die anderen noch in hell erleuchteten und wohlig warmen Häusern darauf warten, dass die globale Erwärmung endlich eintrifft. Manch einer tauscht sogar freiwillig funktionierende Glühlampen gegen Quecksilberschrott aus. Nicht nur die geistige Eintrübung ist eben immer auch zu einem guten Teil selbst verschuldet.

Das Mädchen von der jungen Union

Ist Carlos A. Gebauer der deutsche Ron Paul?

Carlos A. Gebauer

Dafür spricht auf jeden Fall, dass beide was mit Medizin zu tun haben…
Aber Spass beiseite, vor allem der Schluss von diesem Artikel auf ef-online spricht mir echt aus der Seele:

Aber ich weiß auch, dass hunderte Millionen von Europäern nicht im Mindesten interessiert sind, sich von einer vergleichsweise winzigen politischen Gruppe vorschreiben zu lassen: wieviel Salz ihr Brot enthält und wieviel Fett ihr Quark; wann sie ihre Mülltonne an die Straße rollen dürfen; ob sie im Licht einer Glühbirne sitzen können; wie laut ihr Orchester Richard Wagner, Anton Bruckner oder Gustav Mahler spielt; wie dick eine Schaufensterpuppe sein darf und ob Werbung eine Frau in der Küche zeigen kann.

Und es wird noch besser:

Kurz: Ich möchte in einem Land leben, in dem „Du darfst!“ nicht nur auf Margarineschachteln steht, sondern in dem „Du darfst“ das generelle Prinzip ist, von dem jeder Gesetzgeber erstens nur im strengsten Einvernehmen mit seinem Volk selbst und zweitens unter unausweichlichen Umständen abgehen darf.

Davon sind wir zwar zur Zeit meilenweit entfernt, aber es ist immerhin schon mal ein grosser Fortschritt, wenn einer das erkannt hat und konkrete Schritte unternimmt, um daran etwas zu ändern. Und dass Gebauer (genauso wie Ron Paul) seinen zukünftigen politischen Kollegen einiges an Erkenntnisvorsprung voraus haben muss, ahnt jeder, der sein Buch “Warum wir alle reich sein könnten” gelesen hat. Darin outet sich der Mann als lupenreiner Libertärer:

Wer also eine Politik – insbesondere eine Sozialpolitik – machen möchte, die auf Sicherheit und Nachhaltigkeit angelegt ist, der muß sämtliche staatliche Intervention in zwischenmenschliche Aktivitäten auf das absolut geringstmögliche Maß reduzieren. Zwangseingriffe in freiwillige Kooperationen unter Menschen sind prinzipiell illegitim, weil sie keinen der Beteiligten „reicher“ machen können, als er es ohne diesen Eingriff wäre.

Und es wird noch interessanter:

Ein wirklich souveräner und demokratischer Bürger scheint gar nicht anders denkbar, als – mangels greifbarer geldpolitischer Alternative – unter der Geltung eines behutsam, aber zügig wieder eingeführten Goldstandards. Ohne diesen bleibt er eine bloße Marionette obrigkeitlicher Entscheidungen. Sein Eigentum –nicht nur am eigenen Geld, sondern an allen Vermögenswerten– muß gegen staatliche Eingriffe immun sein, insbesondere auch über Generationengrenzen hinaus

Eigentum als Grundlage der Freiheit? Goldstandard? Das kennen wir auch vom Doktor aus Texas. Was nun wahrlich nicht als Vorwurf zu verstehen ist.

Das Schlußwort verdient, in voller Länge zitiert zu werden:

Eine andere Organisation unseres Lebens ist ohne weiteres möglich. Wir können unsere steuerliche Extremabschöpfung beenden. Wir können Eigentümer unserer sozialen Sicherungssysteme werden. Wir können für unser Wirtschaften auf ein Geld zurückgreifen, das wertstabil ist und nicht nur aus politischen Papierversprechen beruht. Wir können uns wieder freie Verträge mit allen denjenigen erlauben, mit denen wir wirklich etwas zu tun haben wollen. Wir können beschließen, unser jeweiliges Eigentum wieder wechselseitig zu respektieren. Wir können uns einig sein, daß es einer Behörde nicht erlaubt ist, in unsere privatesten Lebensverhältnisse einzudringen. Wir können bewirken, daß die Entwicklung produktiver Fähigkeiten wieder einträglicher ist, als die von politischen Talenten. Wir können vereinbaren, daß unsere Körper wieder uns ganz alleine gehören. Und wir können durch alles das diejenigen Mittel beschaffen, die wir brauchen, um im Fall der Not unserer Familie und unseren Freunden helfend beizustehen. Wir könnten alle reich sein. Es ist nur unsere Politik, die das verhindert.

Wer würde ihm da widersprechen wollen?

Auf den ersten Blick nicht ganz einleuchtend ist allerdings, warum Gebauer jetzt für Libertas zur Europawahl antritt, und das mit einem Programm, das zwar durchaus vernünftig klingt, aber leider auch zu vielen interessanten Themen (um nicht zu sagen zu praktisch allen ausser einer EU-Reform) nichts aussagt. Strategisch betrachtet könnte sich dieser vermeintliche Schwachpunkt aber als äußerst genialer Coup erweisen, und zwar dann, wenn man die Europawahl als Testlauf für die Bundestagswahl im September betrachtet – ein Erfolg bei der Europawahl wäre das ideale Fundament für eine Deutschlandkampagne, und selbst bei einem Scheitern hätte man immer noch eine Organisation aufgebaut, die in einem Bundestagswahlkampf von einigem Nutzen sein könnte. Man darf also gespannt sein, was sich da noch so ergeben wird.

Übrigens: die Jungs & Mädels von Libertas brauchen wohl noch ein paar Unterschriften für die Wahl – ich habe meine schon abgegeben…

Freiheitsforum.com: Relaunch mit neuen Features

Freiheitsforum Screenshot

In letzter Zeit lief es ja nicht so gut im guten alten bzw. neuen FreiheitsForum – zum Teil selbst für meinen Geschmack völlig unterirdische Trolle und ein allgemeiner Mangel an interessanten Beiträgen ließen zum Schluss nur noch wenige Hartgesottene dort ausharren.

Das soll aber nun wohl anders werden, jedenfalls haben die Betreiber dem ganzen einen frischen Anstrich verpasst und nun auch ein Bewertungssystem eingeführt, mit dem man gute und schlechte Beiträge markieren kann. Ob damit die Trollflut wirklich eingedämmt werden kann, sei dahingestellt, zumindest bei Heise funktioniert das offensichtlich eher nicht so gut, wogegen Slashdot deutlich positivere Ergebnisse vermelden kann. Zu wünschen wäre es den Betreibern jedenfalls, für mich war das (alte) Freiheitsforum der Ort, der mich überhaupt erst zum Libertarismus geführt hat, und auch ansonsten sind offene, deutschsprachige Foren ohne rigide Zensur ja eher spärlich gesät.

Deswegen -und wegen des wirklich guten Artikels über Darknets- trommel ich jetzt auch gerne mal ein bisschen Werbung für das neue, neue Freiheitsforum – ein Forum mit Beiträgen durchgängig auf dem Niveau wäre wirklich eine Bereicherung für die libertäre Szene, also haut mal in die Tasten, wir sehen uns im Hinterzimmer!

p.s. FreiheitsNews ist auch ziemlich gut, mal abgesehen von den Kooks (vor allem “Schall und Rauch”, aber der ist immerhin lustig).

Quote des Tages

den hier sollte man allen “Kinder”porno-Moraltalibans auf die Stirn tackern:

The Mother of Jesus was 12 When she had him, and Joseph was 45 put that in your child porn bullshit pipe and smoke it.

Firewire: Scheunentor für Ermittler (und andere Gangster)?

Diese unscheinbare Meldung auf Heise lässt einen schon ins Grübeln kommen:

Konkret werde dabei beim Besuch von Experten des Landeskriminalamts zunächst bei einem laufenden Rechner der Arbeitsspeicher gesichert, dann ohne Herunterfahren der Stecker gezogen, die Platte ausgebaut und ein Image gezogen. Erst danach starte der Prozess der eigentlichen Sichtung, die oft von externen Dienstleistern durchgeführt werde

Wenn das tatsächlich stimmt, dann kann man sich Verschlüsselung & Co. wohl ganz gepflegt in den Hintern stecken, denn in der Regel findet man im Hauptspeicher dummerweise exakt die passenden Schlüssel zu den Daten, die man doch eigentlich geheimhalten wollte. Jedenfalls solange die betreffende Partition gerade aufgeschlossen ist, aber genau das ist bei der an und für sich sehr empfehlenswerten full disk encryption ja der Fall.

Ein wenig Forenlektüre beweist, dass das beschriebene Verfahren in vielen Fällen tatsächlich problemlos durchführbar ist. Denn aufgrund eines fatalen Designfehlers in der Spezifikation erlaubt der bei den meisten moderneren Mainboards und Notebooks vorhandene Firewire-Port das Auslesen des kompletten Hauptspeichers ohne Zutun des Betriebssystems:

For many years now, attacks via Firewire / i.LINK / IEEE 1394 have been a known security issue. Basically, if you gain physical access to a PC or laptop which has Firewire ports (or PCMCIA/Cardbus/ExpressCard, more on that later) you can

  • read arbitrary RAM contents from the victim’s system,
  • overwrite arbitrary RAM contents with whatever you want,
  • and perform many, many severe attacks based on the two issues above. Examples include grabbing a full RAM dump via Firewire (takes only a few minutes), grabbing ssh-agent keys, grabbing screen contents, modifying screen contents, bypassing login/password screens, and many, many more…

All of this is done by exploiting a “feature” of the Firewire spec (OHCI-1394) (PDF), namely that it allows read/write access to physical memory (via DMA) for external Firewire devices. Worse, as this is DMA, the CPU/OS will not even know what’s going on. Even worse, this works regardless of whether you have locked your screen with a password-protected screensaver, or xlock, or vlock, or whatever. As long as the system is running, you’re vulnerable.

Auch wenn der Artikel das nicht so direkt erwähnt, ist es nicht schwer vorstellbar dass interessierten Kreisen längst fertige Geräte zur Verfügung stehen, mit denen man ganz gemütlich einen kompletten Speicherdump machen und später in aller Ruhe Passwörter, private Keys und was sonst noch alles interessant sein könnte herauslesen kann. Oder gleich einen Keylogger oder sonstige Schnüffelsoftware installieren, wie z.B. den heiss diskutierten Bundestrojaner oder eine ordinäre Phishingsoftware.

Wer sich dagegen schützen möchte, kann entweder den Firewire-Port physikalisch unbrauchbar machen (was aber nicht so gut kommt, wenn man den doch mal irgendwann benutzen oder die Hardware weiterverkaufen möchte), oder zumindest DMA für Firewire deaktivieren. Unter Debian/Ubuntu geht das recht einfach:

echo "options ohci1394 phys_dma=0" | sudo tee -a /etc/modprobe.d/options; sudo update-initramfs -u -k all

Nach dem nächsten Reboot sollte DMA für den Firewire-OHCI-Treiber deaktiviert sein, was allerdings auch eine gewisse Performanceminderung bei externen Firewire-Platten zur Folge hat. Wer nur wegen ein paar doofen Beamten nicht gleich rebooten möchte, kann den Schutz zusätzlich(!) auch direkt mit

sudo modprobe -r ohci1394; sudo modprobe ohci1394 phys_dma=0

aktivieren. Mit

cat /sys/module/ohci1394/parameters/phys_dma

lässt sich anschließend überprüfen ob das auch geklappt hat.

Glaubenssache

Hier mal was Lustiges zum Jahresende: If programming languages were religions. Mir persönlich gefällt der Teil mit Perl am besten…

(via Slashdot)

Kathrin und die Jugendpornographie

Als Deutscher sollte man den folgenden Text besser nicht lesen, sonst droht Geldstrafe oder sogar Knast:

Ohne zu zögern, ergriff Kathrin die Initiative: Noch bevor der Fahrprüfer auch nur ein einziges Wort sagen konnte, hatte ihm die zierliche Blondine, die keinen Tag älter aussah als sechzehn, schon die Hose aufgeknöpft und sein bestes Stück aus den Boxershorts gepellt. Nun musste er fassungslos beobachten, wie sich grellrot geschminkte Lippen wieder und wieder über seinen hart pulsierenden Prügel stülpten, während gleichzeitig geschickte Finger Eier und Sack bearbeiten. Franz beschloß, die Sache mit der roten Ampel noch mal zu überdenken, und schob seine Hand zwischen ihre einladend gespreizten Beine [...]

Erklärung: Bei dem kleinen, selbstverständlich rein fiktiven Ausschnitt oben handelt es sich um Pornographie, genauer gesagt um ein wirklichkeitsnahes Geschehen mit Scheinjugendlichen. Unsere gute Kathrin ist zwar schon volljährig (sonst könnte sie nicht an einer Fahrprüfung teilnehmen), aber sie sieht eben nicht so aus. Und deswegen muss man Jugendliche vor solchem Zeug schützen, meint Pappa Staat in seiner unendlichen Weisheit, denn sonst kämen die noch auf sonderbare Gedanken, anstatt brav 400,- Euro für die Wiederholung der Prüfung abzudrücken.

Tja, um sich so einen Hirnschiss auszudenken muss man schon Politiker sein. Natürlich produziert dieser Unfug nichts weiter als Scheinstraftaten, die man dann mit durchaus realen Hausdurchsuchungen und anderen Repressionen vorgehen kann, aber kann man sich noch sicher sein, ob diese Nebenwirkung wirklich unerwünscht ist? Immerhin kann man in einer Gesellschaft, in der jeder irgendwann, irgendwie gegen Gesetze verstößt, viel leichter willkürlich schalten und walten, und selektiv vor allem diejenigen verfolgen, die aus ganz anderen Gründen in Ungnade gefallen sind. Diese Erklärung ist zumindest plausibler als die manchmal geäußerte These, Brigitte Zypries hätte dieses Gesetz persönlich angeordnet, um sich unliebsame, jüngere Konkurrenz vom Hals zu schaffen. Das ist selbstverständlich Unfug – nach allem, was man so hört, hat Frau Z. mit Männern überhaupt nichts im Sinn.

Mehr Infos:

Der heilige Gral

der Stasi-FansSicherheitspolitiker wurde nun endlich gefunden: Terroristen verstecken geheime Botschaften in Kinderpornos. Da wundert man sich doch glatt, dass die Terroristen da nicht schon viel früher draufgekommen sind, denn schließlich gibt’s Kinderpornos ja an jeder Straßen- bzw. Netzecke, sie sind rechtlich völlig unproblematisch und niemand denkt sich was dabei, wenn er irgendwo welche findet. Definitiv der beste denkbare Weg, um eine geheime Botschaft unauffällig unters Volk zu bringen.

Für wie bescheuert halten die ihre Leser eigentlich?

Man muss sich mal den folgenden Abschnitt auf der Zunge zergehen lassen:

Fest steht aber, dass Ermittlungen im Kinderporno-Umfeld für die Ermittler dank sehr sicherer Verschlüsselungsmethoden und der Anonymität des Internets schwierig sind. Offenbar profitieren mögliche Terroristen von dieser Sicherheit und schützen sich zusätzlich mit einer neuen, Steganografie genannten Technik, die verborgene Inhalte erst mit einer speziellen Decodierung sichtbar macht.

So, Terroristen verfügen also über sichere Verschlüsselungsmethoden, anonyme Internetzugänge und obendrein über steganografische Programme, eine “neue” Technik, über die schon 1996 in der Mainstreampresse berichtet wurde. Und was machen sie damit? Sie verstecken ihre Anschlagspläne ausgerechnet in Kinderpornos, die sie dann unauffällig auf der Platte herumliegen lassen oder diskret in Tauschbörsen platzieren. Weil das ja niemanden interessiert, bei einer Hausdurchsuchung oder so. Das ist dann ungefähr so clever, wie wenn man das Schwarzgeld auf der Fahrt in die Schweiz einfach unter zwei, drei Kilo Kokain versteckt.

Die Enttarnung wird für die Behörden zu einer nahezu unlösbaren Aufgabe.

Kann ich mir gut vorstellen: “Was haben Sie denn da auf der 300 GB-USB-Platte?” – “Nur ein paar Kinderpornos” – “Ach so, ich hatte schon gedacht das sind Anschlagspläne. Nix für ungut, schönen Abend noch”.

Wen’s interessiert: Hier der Originalartikel in der Times.

10 Gründe, warum man doch in der IT arbeiten will

Die verkorkste Jugend heutzutage ist sich zu fein, um einen ordentlichen Job anzunehmen, will stattdessen lieber Arzt, Anwalt oder Lehrer(!) werden, wegen dem “besseren Image”. Für den Lehrerberuf spricht ja immerhin der Halbtagsjob mit 12 Wochen Urlaub im Jahr zum Vollgehalt, aber Arzt oder gar Anwalt? Kann man überhaupt ein mieseres Image haben als von jedem für eine schleimige Abmahnratte gehalten zu werden? Und Arzt, na ja, Frauenarzt vielleicht, wollte ein Bekannter von mir immer werden. Aber das war, bevor er spitzgekriegt hat, dass man in der Branche die Pussies in der Regel erst dann zu sehen kriegt, wenn sie irgendwie komisch riechen.

Ich jedenfalls liebe meinen Job und würde auf der Welt nix anderes machen wollen. Here’s why:

  1. Du weisst immer, wie man an kostenlosen Porn kommt

  2. Zu verstehen, was while ((*s++=*d++)!=0); macht, vermittelt ein Herrschaftsgefühl, das weniger als 1‰ der Menschheit nachvollziehen kann

  3. Du kannst die Sekretärin vom Chef in den Hintern kneifen, während du ihr unter dem Tisch eine versteckte Webcam installierst, und sie wird trotzdem dankbar sein, dass du ihr bei ihrem Problem geholfen hast

  4. Corporate Policies durchzusetzen ist was anderes als sich dran halten zu müssen

  5. Vor dem Bundestrojaner müssen nur die anderen Angst haben

  6. Dein Nachbar trägt seine privaten Pornobilder selbst zu dir nach Hause, und gibt dir sogar noch einen aus, weil du ihm bei seinem Problem geholfen hast

  7. Du hast in zehn Minuten ein Programm geschrieben, das dem einfältigen Arschloch namens “Chef” lustige Sprüche in seine Word-Dokumente einbaut

  8. Schlipsträger und Powerpoint-Fuzzies kommen auf Knien angekrochen, weil nur du ihr Projekt retten kannst

  9. Du hast in zehn Minuten ein Programm geschrieben, das die Handyfotos der süssen Praktikantin regelmäßig auf deine Kiste synchronisiert

  10. Du kannst nicht gefeuert werden, weil du vor zehn Minuten ein Programm geschrieben hast, das die echten und die getürkten Abrechnungen vom Chef regelmäßig auf deine Kiste synchronisiert

    Aber immer noch der beste Grund von allen ist:

  11. Dein Gegenüber kann nicht erkennen, ob du arbeitest oder deine Zeit mit sinnlosen Blogeinträgen vergeudest

Dosenöffner zu versteigern

…für aktuell 103 Euro:



Den Text zu lesen lohnt, nicht zuletzt um nach erfolgreicher Anwendung des Werkzeugs kostspielige Fehler zu vermeiden. (via lawblog)

Wir sind Vorbild!

Also alles im Butter im großkoalitionären Merkelstasisteuerland, denn wir taugen immer noch zum Vorbild für die Nachbarn. Allerdings nur als schlechtes:

Einen Misstrauensstaat wie Deutschland können wir nicht wollen.

Sagt jedenfalls der schweizerische Banker Raimond Bär.

(via Antibuerokratieteam)

Jeder hat das Recht, meine Meinung in Wort und Bild zu vertreten

Die DGB-Affäre zieht langsam Kreise: Mittlerweile haben sich eine ganze Menge Blogger, durchaus nicht nur aus dem libertären Spektrum, solidarisiert (Linkliste siehe Beitrag bei opponent.de). Das ist gut. Und es ist auch gut, wenn der eine oder andere den ursprünglichen Gag nicht gut findet – Humor ist immer Geschmackssache, und dass der eine zum Schiessen findet was den anderen zum Kotzen anregt, hat auch seinen praktischen Nutzen, alldieweil ansonsten ja alle Männer auf der Welt einem einzigen Mädel hinterherrennen würden. Das Genöle der unbefriedigten Restdamenschaft in einem solchen Szenario mag man sich gar nicht vorstellen, da ist selbst schwul werden auch keine Alternative mehr.

Wesentlich amüsanter als die gleichgeschmackliche Horrorvision ist es allerdings, dem Treiben derjenigen zuzugucken, die sich ausdrücklich nicht mit Marco Kanne solidarisieren wollen, sondern stattdessen mehr oder weniger unverblümt den Einsatz staatlicher Gewalt gegen mißliebige Meinungen gutheißen – und “mißliebig” ist hier gleichbedeutend mit “nicht dem linken Mainstream entsprechend”. Solche Hetzkampagnen kennen wir schon lange aus den staatlich kontrollierten Massenmedien, etwa bei Mölle-, Hoh- und Herman(n), aber Blogger können das auch ganz gut.

Nehmen wir zum Beispiel Malte Welding von Spreeblick, seines Zeichens Rechtsexperte und Hellseher. Der schreibt unter dem unglaublich objektiv wirkenden Titel “Neocon-Solidaritätsposse“:

Der aus der Politically-Incorrect-Ecke stammende Blogger Marco Kanne ist vom DGB aufgefordert worden, einen Screenshot von seiner Seite zu entfernen.
[...]
Aller Wahrscheinlichkeit nach* hat Kanne also ein Hitlerbild auf der DGB-Seite hochgeladen
[...]
Kanne wäre gut beraten gewesen, still und leise seinen pubertären Streich ungeschehen zu machen. Denn ein Copyrightvergehen ist in der Regel die geringste Sorge von jemandem, der nicht nur den Nationalsozialismus verharmlost, sondern darüber hinaus ausgerechnet den DGB in die Nähe Hitlers rückt.

Lieber Malte: Wie jeder leicht nachprüfen kann, hat Marco Kanne nie ein einziges Wort auf PI veröffentlicht – was nicht bedeuten soll, dass es irgendein Problem wäre, wenn er hätte, aber wenn man schon mit diffamierenden Lügen arbeitet, sollte man wenigstens dafür sorgen, dass sie nicht ganz so leicht aufzudecken sind. Falsche Tatsachenbehauptungen werden im Übrigen auch nicht dadurch besser, dass man sie unverändert stehenlässt und nur mit einem verschämten kleinen Sternchen untendran auf die Wahrheit hinweist. Was “Copyright-Vergehen” sind und welche Relevanz sie zwischem dem Deutschen Gewerkschaftsbund und dem deutschen Blogger Marco haben sollen, weisst wohl auch nur Du alleine. Und wenn der DGB und Hitler die gleichen Forderungen stellen, dann darf man das im Übrigen auch sagen. Sogar in Deutschland und ganz ohne Copyright. Was einen Libertären schliesslich von einem Neocon unterscheidet, kannst Du ja bei Gelegenheit mal selbst in der Wikipedia oder sonstwo nachlesen.

Noch toller treibt es sein Werbenetzwerk-Kollege René, dessen “Meinung” man sich übrigens schon zum Preis einer Playstation + Hartz IV-Regelsatz kaufen kann. Der Möchtegern-Nerd und Apple-Fanboy brilliert vor allem durch ein selten einfarbiges Weltbild: Alles FotzenNazis ausser Mutti, und ganz besonders Marco Kanne. Diese sensationelle Erkenntnis trällert der kleine René seit Monaten durch alle Kommentarbereiche, und wird ganz feucht im Höschen, wenn er sich irgendwo bestätigt sieht:

Endlich entlarvt diesen braunen Spinner mal jemand, dankeschön!

Extra für René hier mal eine kleine Logik-Stunde: Wenn einer ein Nazi ist, dann kann er nicht mit einem den Mindestlohn befürwortenden Hitler gegen Mindestlöhne argumentieren. Das passt einfach nicht, selbst dann nicht, wenn man sich auf den Kopf stellt, mit den Ohren wackelt und hundertmal hintereinander “Nazi” schreit. Das versteht übrigens sogar der Malte, der in Wirklichkeit diese “entlarvende” Behauptung auch gar nicht aufstellt. Aber das nur nebenbei.

Im Übrigen kann es ganz schön teuer werden, wenn man jemanden fortwährend als Nazi beleidigt. Gut, dass der angebliche “Nazi” Marco genügend Anstand besitzt, deswegen nicht zum Anwalt zu rennen. Genau das nennt man übrigens Meinungsfreiheit. Aber das musste jetzt nicht verstehen.

Gesicht zeigen!

So, so. “Gesicht zeigen für den Mindestlohn“, soll man beim DGB.

Staatlich festgesetzte Löhne, das gab’s (die älteren Leser unter uns erinnern sich vielleicht noch), schon einmal in Deutschland. Das 1934 veröffentlichte “Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit“, legte in §29 fest:

Soweit in der Betriebsordnung der Arbeitsentgelt für Arbeiter oder Angestellte festgesetzt wird, sind Mindestsätze mit der Maßgabe aufzunehmen, daß für die seinen Leistungen entsprechende Vergütung des einzelnen Betriebsangehörigen Raum bleibt.

Und hätten die doofen Alliierten das nicht später wieder abgeschafft, würden die “Treuhänder der Arbeit” sich wahrscheinlich bis heute mit Arbeitsbedingungen und Lohnsätzen rumschlagen. Ganz im Sinne des DGB.

Hören wollen das die Genossen aber nicht, selbst wenn sie auf ihrer eigenen Webseite vor kurzem noch stolz darauf verwiesen (mittlerweile gelöscht):

Stattdessen wird wie seinerzeit beim Sender Gleiwitz zurückgeschossen, gar mit totalem Kriegstraf- und zivilrechtlichen Schritten gedroht. Von Meinungsfreiheit, Zitatrecht oder Kunstfreiheit hat man in der DGB-Zentrale offenbar noch nichts mitbekommen. Was andererseits wieder perfekt zum oben zitierten Wiederbelebungsversuch von Uraltrezepten passt – damals, als es noch den Mindestlohn gab, hatte auch die unzensierte Meinungsäußerung nicht gerade Hochkonjunktur.

Update: Das IUF Berlin hat mehr Parallelen zwischen National- (NSDAP) und Internationalsozialismus (DGB) herausgearbeitet. Weitere Hinweise könnten sich bei Schüßlburner finden (ich muss allerdings zugeben, dass ich noch nicht die Muße hatte, mich durch dieses monströse Werk durchzukämpfen).