Mai 2010
Liberaler Frust
Schöner Text auf liberalhome, trifft mE den Nagel auf den Kopf:
Wenn mir eins klargeworden ist in Sachen Politik, dann ist es die Beobachtung, daß eine einmal aufgebaute Bürokratie nie wieder abgeschafft wird. Nie! Auch die zweifelhafteste, wirkungsloseste oder gar kontraproduktivste Maßnahme bleibt bestehen. Aus dem Waldsterben ist nichts geworden, aber das damals zur Kontrolle gegründete Amt gibt es noch samt jährlichen Berichten, die schon lange niemanden mehr interessieren. Auch die Umweltzonen, das Dosenpfand und die ganze EU-Bürokratie ist nicht mehr abschaffbar.
Es gäbe genug Spielraum für Ausgabenkürzungen, aber es wird seitens der Politik konsequent so getan, als ginge es nur darum, die Einnahmen per Steuererhöhung zu regulieren[...]
Android-based Rubik’s Cube Solver
Da soll noch mal einer sagen, man könnte mit so einer Kamera im Handy nix Sinnvolles machen, außer verpixelte Jugendpornografie zu produzieren:
Schade nur, dass es scheinbar nirgendwo den Quellcode für die App gibt, der hätte mich jetzt durchaus interessiert, vor allem wegen der Bildverarbeitung (Methoden zum Lösen des Cubes von Hand findet man z.B. hier).
(via towo)
Ergebnisse der NRW-Wahl bereits jetzt geleakt!
Auch wenn’s nicht wirklich überraschend ist: Gewonnen haben… mehr »
Nett gemacht: Bodypainting mit Licht
Angeblich wirklich so projiziert und abgefilmt, also nix geshoppt oder so:
(via Kraftfuttermischwerk)
Gegen Burka-, Killerspiel- und Waffenverbote!

Wenn der Desperado erst mal seinen Pegel hat, schreibt er mitunter ganz vernünftige Sachen:
[...] wir sind hier nicht im iran. wir sind hier in mitteleuropa. und freiheit ist ein äusserst wertvolles gut. wir sollten unsere freiheiten nicht so billig an diese wichser verkaufen.
Ich sehe das exakt genau so – sich als wandelnde Vogelscheuche zu verkleiden, mag aus meiner persönlichen Sicht zwar ziemlich bescheuert sein, aber das ist noch lange kein Grund, es zu verbieten. Wer auf die Straße geht, muss damit leben, häßliche Vetteln, widerliche Piercings, ungepflegte und geschmacklos gekleidete Leute oder eben auch Vollverschleierte zu sehen. Wem das nicht paßt, der soll halt im Keller bleiben oder eine Sonnenbrille aufsetzen. Wer für Kleiderverbote ist, outet sich dagegen als jemand, der im Prinzip wie ein Taliban denkt, nur halt mit umgekehrten Vorzeichen.
Der wesentliche Unterschied zwischen dem freien Westen und den Taliban ist nämlich nicht, dass die Burkas schön finden und wir Miniröcke. So etwas glauben höchstens vernagelte Hohlköpfe (“Islamkritiker”), die dabei völlig verkennen, dass viele orientalische Frauen eine Kultur der Erotik haben, die sich vor der asiatischen und erst recht der westlichen durchaus nicht verstecken muss, auch wenn dies im Nahen Osten aus nachvollziehbaren Gründen nicht öffentlich ausgelebt wird. Und angesichts der Tatsache, dass sich in der islamkritischen Szene auffallend viele emanzipierte Mittfünfzigerinnen im Schlabberpulli engagieren, könnte man(n) sich durchaus auch mal überlegen, ob die plötzliche Sorge um die eigene Kultur wirklich ausschließlich uneigennützige Motive hat.

Ob er in dieser Gesellschaft wirklich glücklicher wird als mit einer orientalischen Gespielin, für die Schönheit, Körperpflege und Sinnlichkeit dann doch einen deutlich höheren Stellenwert hat als bei der frustrierten Femanze westlicher Prägung, muss natürlich jeder selbst entscheiden. Für mich zeichnet einen frei denkenden Menschen aus, sich nicht von irgendwelchen überkommenen Traditionen einzwängen zu lassen, sondern sich vielmehr von überall her das Schöne und Reizvolle herauszusuchen und den unbrauchbaren Rest links bzw. rechts liegen zu lassen. Natürlich will kein vernünftiger Mensch hier Steinigungen, Ehrenmorde und ähnlichen kranken Scheiß haben, aber das verhindert man nicht mit einem Burkaverbot, sondern vielmehr, indem man alle Schmarotzer und Störenfriede unabhängig von ihrer Herkunft konsequent rauswirft, anstatt sie mit Sozialhilfe und Hartz IV anzufüttern.

Wenn einer aber nur komische Sitten mitbringt, die niemandem schaden, gibt es keinen Grund, ihn nicht einfach in Ruhe zu lassen. Denn ansonsten sind irgendwann nur noch die Sitten erlaubt, die dem Staat gefallen, und da zählen Games, Waffen, Tabak, Alkohol usw. bestimmt nicht dazu.
RP Stuttgart: Wer Metal macht, darf kein Lehrer werden.
Die schwäbische Spießermafia hat mal wieder zugeschlagen – nach Pussy-Club und Alkoholverbot erdreisten sich die Scheißer in Stuttgart mittlerweile auch, einem vorzuschreiben, welche Musik man hören oder machen darf, jedenfalls wenn man Lehrer werden will. Wäre ja auch noch schöner, wenn im Ländle jeder einfach so musizieren darf, wie es ihm passt. Nein, das geht definitiv zu weit, erlaubt sind lediglich Lobeshymnen auf die korrupten, stinkenden, bevormundenden Arschlöcher in der Landesregierung…
Dass Thomas (der Sänger und Kopf von Debauchery) unter diesen Umständen lieber auf das Referendariat verzichtet, anstatt sich den unverschämten Forderungen der Zensurbehörde zu beugen, spricht für ihn, allerdings kann man sich davon allein leider auch nichts kaufen. Bleibt zu hoffen, dass durch die Geschichte wenigstens die Band ein bisschen bekannter und kommerziell erfolgreich wird – wer Death Metal mag, kann ja einfach mal auf der Homepage (derzeit nur teilweise funktional) oder bei Myspace reinhören, mir persönlich gefällt’s jedenfalls nicht schlecht (kannte die Kapelle vorher auch noch nicht).
Ach ja, wer das in der Welt zwar angepriesene, aber nicht verlinkte, angeblich “pornographische und gewaltverherrlichende” Video angucken will, der kann das gleich hier unten tun, anders als anderswo sind wir hier ja nicht in Spießerhausen und wer damit ein Problem hat, der möge sich bitte die Augen zuhalten und sich (ganz wichtig!) die eigenen Geschlechtsorgane bei nächster Gelegenheit mit einem scharfen Gegenstand entfernen. Sicher ist schließlich sicher und man muß ja auch mal an die Kinder denken – die von solchen Leuten können wir auf dieser Welt nämlich nicht brauchen.
Genug gelabert, hier ist das Vid: “Death Metal Warmachine”
Und was die Amokläufer angeht, irgendwie geht’s angeblich ja auch um Amokläufer und so, sagt jedenfalls das Regierungspräsidium, wohl in Ermangelung einer besseren Ausrede: Bitte geht doch beim nächsten Mal nicht in die Schule, sondern direkt in die württembergische Staatskanzlei. Das macht dann nämlich den Unterschied zwischen über den Tod hinaus bekannt sein und noch Jahrhunderte später verehrt zu werden, lohnt sich also wirklich. Könnt ihr einen, wenigstens einen einzigen, Schulamokläufer aus dem 15. Jahrhundert benennen? Nein? Ich auch nicht, aber Guy Fawkes, den kennt und mag jeder. Mehr gibt’s dazu ja wohl nicht zu sagen.







