Ode an Kai

Es mag vielleicht den einen oder anderen irritieren, aber ich bewundere den Diekmann und sein Blog irgendwie. Nicht weil er so arschlochmäßig rüberkommt (auch wenn das entschuldbar ist, mit einem solchen Schicksal wär ich vermutlich auch nicht anders drauf), sondern weil ihm ganz offenbar absolut scheißegal ist, was andere über ihn sagen und denken.

Ich mein, kein vernünftiger Mensch würde sich selbst interviewen oder ein 360°-Panorama online stellen, in dem er selbst fünfmal vorkommt und dann erwarten, dass irgendwer das cool findet. Und Diekmann ist durchaus ein vernünftiger Mensch (warum, erklär ich gleich) und er weiß nicht nur ganz genau, dass niemand so was cool findet, sondern er weiß auch ganz genau, dass niemand seine Hackfresse auf jeder einzelnen Seite gefühlte 4000x sehen möchte – außer ihm selbst. Und genau weil er ganz allein das cool findet, macht er es. Und holt sich einen runter bei der Vorstellung, dass die Leute trotzdem alle hinklicken. Machen sie ja auch. Und das ist dann wirklich cool.

Quasi en passant lässt er mit dieser Art alle Kritiker auch noch ziemlich alt und sauertöpfisch aussehen. Ausser dem erbsenzählenden Oberlehrer Niggemeyer, weil der besorgt das schon selber. Das ist dann nicht nur cool, sondern auch ziemlich vernünftig, aus Diekmanns Sicht jedenfalls. Es funktioniert, genau wie BILD funktioniert, das nicht nur nach wie vor eine unglaublich mächtige Meinungsmaschine von der Art ist, wie wir sie alle gerne zur eigenen Verfügung hätten (wenn wir ehrlich sind), sondern ihren Betreibern auch noch einen Haufen Kohle einspielt (die wir natürlich auch gerne hätten). Diekmann hat diese Maschine. Seit über 10 Jahren. Obwohl er eigentlich nur ein Arschloch mit einem kleinen Pimmel ist, dem seine Leser so egal sind wie nur irgendwas. Das ist die mit Abstand schönste Definition von absoluter Freiheit seit Stirners Einzigem. Und genau dafür bewundere ich ihn.

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