Oktober 2009

Eva, die geldgierige Schnorrliese

Braucht dringend Kohle: Internetabzockerin Dr. Eva Claudia S.

Manche haben’s wirklich nötig: Da zitiert ein Blog einen Artikel aus der ZEIT, dessen offenbar finanziell etwas zu kurz gekommene Autorin namens Dr. Eva Claudia S. entdeckt das nach einer “digitalen Schleppnetzfahndung”, und anstatt sich über die kostenlose Werbung zu freuen, rennt sie flugs zum Anwalt. Der fordert erst mal 2200 Euro von dem bösen Verlinker; als sich dann herausstellt, dass darauf dann wohl doch eher kein rechtlicher Anspruch besteht, tut Madame gnädig und verlangt stattdessen erst eine kostenlose Reparatur ihres MacBooks, erhöht die Forderung aber später auf 10,- Euro für jede E-Mail, die sie bekommt. Von einem derart ausgeprägten Drang zu Abkassieren und Vorteilsnahme können wohl selbst die Schmidtlein-Brüder noch etwas lernen.

Johnny Häusler hat die Details, hier geht’s weiter in die zweite Runde, falls es wirklich jemanden interessiert. Wer möchte, kann sie ja auch mal per email fragen, wie es ihrem MacBook geht und was in aller Welt ihre private Mail mit einem völlig legalen (Klein-)zitat zu tun haben soll. Frau Dr. Eva Claudia Schweitzer bekommt nämlich gerne Mail, insbesondere von denen, die über sie berichten (oder sie gar verlinken) möchten – die sollen ihr nicht nur mailen, sondern müssen sogar, jedenfalls nach ständiger Rechtsprechung der promovierten Nichtjuristin Dr. Eva Claudia Schweitzer. Echte Anwälte sehen das übrigens ein wenig anders, aber das scheint die selbsternannte “Edelfeder” nicht zu stören. Was von ihren schreiberischen Qualitäten zu halten ist, kann der geneigte Leser übrigens hier oder auch hier selbst nachvollziehen. Ich finde, das spricht für sich.

Interessant am Rande: Die jederzeit liebenswürdige und bescheidene Dame ist -genau wie ihre Parteifreundin Julia Seeliger- Bloggerin bei der “taz”, und während letztere das Hetzen gegen die Piratenpartei als Hauptaufgabe betrachtet, streift Frau Dr. das Thema nur am Rande (“Möchtegernpiraten, die ihre Nächte im Schlafanzug vor dem Computer verbringen”). Wie auch immer, die taz hat offenbar ein ausgesprochen glückliches Händchen bei der Auswahl ihrer Blogger, die nun wahrlich perfekt geeignet sind, das Ansehen und die Seriosität der Publikation entscheidend zu mehren. Man darf gespannt sein, ob das auf Dauer so bleiben wird; wer zufälligerweise Leser der taz (glaub ich hier ja eher weniger) oder der ZEIT ist, kann sich da sicher auch mal in Absprache mit deren Kundenbetreuung fragen, ob er sein Geld in der Unterstützung derartiger Eskapaden wirklich sinnvoll investiert sieht.

Manchmal, so hört man, soll so was nämlich wirklich funktionieren: Frau Dr. Eva Claudia Schweitzer kam die Idee zur juristischen Zweitverwertung ihrer Ergüsse nach eigener Aussage erst, nachdem sie bei ihrem vorherigen Auftraggeber hochkant rausgeworfen wurde – wegen überhöhter Nachforderungen.

Ode an Kai

Es mag vielleicht den einen oder anderen irritieren, aber ich bewundere den Diekmann und sein Blog irgendwie. Nicht weil er so arschlochmäßig rüberkommt (auch wenn das entschuldbar ist, mit einem solchen Schicksal wär ich vermutlich auch nicht anders drauf), sondern weil ihm ganz offenbar absolut scheißegal ist, was andere über ihn sagen und denken.

Ich mein, kein vernünftiger Mensch würde sich selbst interviewen oder ein 360°-Panorama online stellen, in dem er selbst fünfmal vorkommt und dann erwarten, dass irgendwer das cool findet. Und Diekmann ist durchaus ein vernünftiger Mensch (warum, erklär ich gleich) und er weiß nicht nur ganz genau, dass niemand so was cool findet, sondern er weiß auch ganz genau, dass niemand seine Hackfresse auf jeder einzelnen Seite gefühlte 4000x sehen möchte – außer ihm selbst. Und genau weil er ganz allein das cool findet, macht er es. Und holt sich einen runter bei der Vorstellung, dass die Leute trotzdem alle hinklicken. Machen sie ja auch. Und das ist dann wirklich cool.

Quasi en passant lässt er mit dieser Art alle Kritiker auch noch ziemlich alt und sauertöpfisch aussehen. Ausser dem erbsenzählenden Oberlehrer Niggemeyer, weil der besorgt das schon selber. Das ist dann nicht nur cool, sondern auch ziemlich vernünftig, aus Diekmanns Sicht jedenfalls. Es funktioniert, genau wie BILD funktioniert, das nicht nur nach wie vor eine unglaublich mächtige Meinungsmaschine von der Art ist, wie wir sie alle gerne zur eigenen Verfügung hätten (wenn wir ehrlich sind), sondern ihren Betreibern auch noch einen Haufen Kohle einspielt (die wir natürlich auch gerne hätten). Diekmann hat diese Maschine. Seit über 10 Jahren. Obwohl er eigentlich nur ein Arschloch mit einem kleinen Pimmel ist, dem seine Leser so egal sind wie nur irgendwas. Das ist die mit Abstand schönste Definition von absoluter Freiheit seit Stirners Einzigem. Und genau dafür bewundere ich ihn.

dscheisse hab ich lang nicht mehr gebloggt

die ganze zeit nur noch rumgehangen, urlaub gemacht und auf krautchan gelauert. aber das hat jetzt ein ende, ich hab dieses lotterleben endgültig satt und mir deshalb geschworen, ab sofort morgen da nicht mehr zu pfostieren sondern lieber wieder mehr zu bloggen. wenn ich gepflegt grillen war und mir den lingo wieder abgewöhnt hab, jedenfalls.

und damit ihr das auch kontrollieren könnt, verrat ich euch den alias, den ich da benutzt habe: er lautet “Bernd”.