Zurück ins finstere Mittelalter
Quelle: asifthebes/sxc.huWie viele Leute braucht man, um bei 300 Millionen Menschen alle Glühbirnen zu wechseln? “Wenn man die richtigen Stellen schmiert, erstaunlich wenige” dürfte die ehrliche Antwort sein, die man aus den Konzernzentralen von Philips und Osram aber wohl kaum zu hören bekommen wird. Dort freut man sich lieber über kräftig sprudelnde Gewinne mit der unnützen und hochgiftigen Tranfunzel 2.0, von Liebhabern auch fälschlicherweise als “Energiesparlampe” bezeichnet. In Wirklichkeit sparen die teuren Teile nämlich weder Energie noch gar Geld, und von einer Lampe erwartet man gemeinhin auch mehr als das fahle Dämmerlicht, bei dem man höchstens noch gerade so den Titel der Bild-Zeitung entziffern kann. Aber vielleicht ist letzteres ja ein gewollter Nebeneffekt.
Wie auch immer, jedenfalls marschiert ganz Europa (samt den Schweizern, die aus lauter Doofheit freiwillig mitmachen) dank EU-Bürokratenwahn mit Riesenschritten zurück ins dunkle Mittelalter, von wo aus es nun gar nicht mehr so weit ist bis in die nasskalten Höhlen der Steinzeit, deren Wände allerdings -wir leben ja immer noch in modernen Zeiten- nicht mehr aus Felsen, sondern aus wärmeschutzverordnungskompatiblen Styroporplatten bestehen. Dem Schimmel ist’s einerlei, Hauptsache das Klima stimmt, der lebt und gedeiht und schaut von oben rechts aus der Zimmerecke dem stolzen Besitzer des DIN-gerechten Passivfertighäuschens beim Abzahlen seiner Subprime-Kredite genauso gleichgültig zu wie einst dem daheimgebliebenen Homo-erectus-Weibchen beim Hölzchenreiben, was aufgrund von Rauchverbot und Antidiskriminierungsgesetz heutzutage natürlich sowieso nicht mehr zulässig wäre.
Immerhin bleibt zu hoffen, dass wenigstens in einigen abgelegenen Alpentälern zivilisatorische Reste noch etwas länger erhalten bleiben. Der Staatssender ORF meldet aus Tirol nämlich Hamsterkäufe und stellenweise leere Lager. Das erinnert an die langen Schlangen vor den Geschäften in der DDR, wenn es ausnahmsweise mal Bananen gab. Ganz anders die Deutschen, deren erklärtes Ziel es ist, möglichst als erste in der dunklen Höhle zu sitzen, während die anderen noch in hell erleuchteten und wohlig warmen Häusern darauf warten, dass die globale Erwärmung endlich eintrifft. Manch einer tauscht sogar freiwillig funktionierende Glühlampen gegen Quecksilberschrott aus. Nicht nur die geistige Eintrübung ist eben immer auch zu einem guten Teil selbst verschuldet.



