Oktober 2008

Der heilige Gral

der Stasi-FansSicherheitspolitiker wurde nun endlich gefunden: Terroristen verstecken geheime Botschaften in Kinderpornos. Da wundert man sich doch glatt, dass die Terroristen da nicht schon viel früher draufgekommen sind, denn schließlich gibt’s Kinderpornos ja an jeder Straßen- bzw. Netzecke, sie sind rechtlich völlig unproblematisch und niemand denkt sich was dabei, wenn er irgendwo welche findet. Definitiv der beste denkbare Weg, um eine geheime Botschaft unauffällig unters Volk zu bringen.

Für wie bescheuert halten die ihre Leser eigentlich?

Man muss sich mal den folgenden Abschnitt auf der Zunge zergehen lassen:

Fest steht aber, dass Ermittlungen im Kinderporno-Umfeld für die Ermittler dank sehr sicherer Verschlüsselungsmethoden und der Anonymität des Internets schwierig sind. Offenbar profitieren mögliche Terroristen von dieser Sicherheit und schützen sich zusätzlich mit einer neuen, Steganografie genannten Technik, die verborgene Inhalte erst mit einer speziellen Decodierung sichtbar macht.

So, Terroristen verfügen also über sichere Verschlüsselungsmethoden, anonyme Internetzugänge und obendrein über steganografische Programme, eine “neue” Technik, über die schon 1996 in der Mainstreampresse berichtet wurde. Und was machen sie damit? Sie verstecken ihre Anschlagspläne ausgerechnet in Kinderpornos, die sie dann unauffällig auf der Platte herumliegen lassen oder diskret in Tauschbörsen platzieren. Weil das ja niemanden interessiert, bei einer Hausdurchsuchung oder so. Das ist dann ungefähr so clever, wie wenn man das Schwarzgeld auf der Fahrt in die Schweiz einfach unter zwei, drei Kilo Kokain versteckt.

Die Enttarnung wird für die Behörden zu einer nahezu unlösbaren Aufgabe.

Kann ich mir gut vorstellen: “Was haben Sie denn da auf der 300 GB-USB-Platte?” – “Nur ein paar Kinderpornos” – “Ach so, ich hatte schon gedacht das sind Anschlagspläne. Nix für ungut, schönen Abend noch”.

Wen’s interessiert: Hier der Originalartikel in der Times.