August 2008

Dosenöffner zu versteigern

…für aktuell 103 Euro:



Den Text zu lesen lohnt, nicht zuletzt um nach erfolgreicher Anwendung des Werkzeugs kostspielige Fehler zu vermeiden. (via lawblog)

Wir sind Vorbild!

Also alles im Butter im großkoalitionären Merkelstasisteuerland, denn wir taugen immer noch zum Vorbild für die Nachbarn. Allerdings nur als schlechtes:

Einen Misstrauensstaat wie Deutschland können wir nicht wollen.

Sagt jedenfalls der schweizerische Banker Raimond Bär.

(via Antibuerokratieteam)

Jeder hat das Recht, meine Meinung in Wort und Bild zu vertreten

Die DGB-Affäre zieht langsam Kreise: Mittlerweile haben sich eine ganze Menge Blogger, durchaus nicht nur aus dem libertären Spektrum, solidarisiert (Linkliste siehe Beitrag bei opponent.de). Das ist gut. Und es ist auch gut, wenn der eine oder andere den ursprünglichen Gag nicht gut findet – Humor ist immer Geschmackssache, und dass der eine zum Schiessen findet was den anderen zum Kotzen anregt, hat auch seinen praktischen Nutzen, alldieweil ansonsten ja alle Männer auf der Welt einem einzigen Mädel hinterherrennen würden. Das Genöle der unbefriedigten Restdamenschaft in einem solchen Szenario mag man sich gar nicht vorstellen, da ist selbst schwul werden auch keine Alternative mehr.

Wesentlich amüsanter als die gleichgeschmackliche Horrorvision ist es allerdings, dem Treiben derjenigen zuzugucken, die sich ausdrücklich nicht mit Marco Kanne solidarisieren wollen, sondern stattdessen mehr oder weniger unverblümt den Einsatz staatlicher Gewalt gegen mißliebige Meinungen gutheißen – und “mißliebig” ist hier gleichbedeutend mit “nicht dem linken Mainstream entsprechend”. Solche Hetzkampagnen kennen wir schon lange aus den staatlich kontrollierten Massenmedien, etwa bei Mölle-, Hoh- und Herman(n), aber Blogger können das auch ganz gut.

Nehmen wir zum Beispiel Malte Welding von Spreeblick, seines Zeichens Rechtsexperte und Hellseher. Der schreibt unter dem unglaublich objektiv wirkenden Titel “Neocon-Solidaritätsposse“:

Der aus der Politically-Incorrect-Ecke stammende Blogger Marco Kanne ist vom DGB aufgefordert worden, einen Screenshot von seiner Seite zu entfernen.
[...]
Aller Wahrscheinlichkeit nach* hat Kanne also ein Hitlerbild auf der DGB-Seite hochgeladen
[...]
Kanne wäre gut beraten gewesen, still und leise seinen pubertären Streich ungeschehen zu machen. Denn ein Copyrightvergehen ist in der Regel die geringste Sorge von jemandem, der nicht nur den Nationalsozialismus verharmlost, sondern darüber hinaus ausgerechnet den DGB in die Nähe Hitlers rückt.

Lieber Malte: Wie jeder leicht nachprüfen kann, hat Marco Kanne nie ein einziges Wort auf PI veröffentlicht – was nicht bedeuten soll, dass es irgendein Problem wäre, wenn er hätte, aber wenn man schon mit diffamierenden Lügen arbeitet, sollte man wenigstens dafür sorgen, dass sie nicht ganz so leicht aufzudecken sind. Falsche Tatsachenbehauptungen werden im Übrigen auch nicht dadurch besser, dass man sie unverändert stehenlässt und nur mit einem verschämten kleinen Sternchen untendran auf die Wahrheit hinweist. Was “Copyright-Vergehen” sind und welche Relevanz sie zwischem dem Deutschen Gewerkschaftsbund und dem deutschen Blogger Marco haben sollen, weisst wohl auch nur Du alleine. Und wenn der DGB und Hitler die gleichen Forderungen stellen, dann darf man das im Übrigen auch sagen. Sogar in Deutschland und ganz ohne Copyright. Was einen Libertären schliesslich von einem Neocon unterscheidet, kannst Du ja bei Gelegenheit mal selbst in der Wikipedia oder sonstwo nachlesen.

Noch toller treibt es sein Werbenetzwerk-Kollege René, dessen “Meinung” man sich übrigens schon zum Preis einer Playstation + Hartz IV-Regelsatz kaufen kann. Der Möchtegern-Nerd und Apple-Fanboy brilliert vor allem durch ein selten einfarbiges Weltbild: Alles FotzenNazis ausser Mutti, und ganz besonders Marco Kanne. Diese sensationelle Erkenntnis trällert der kleine René seit Monaten durch alle Kommentarbereiche, und wird ganz feucht im Höschen, wenn er sich irgendwo bestätigt sieht:

Endlich entlarvt diesen braunen Spinner mal jemand, dankeschön!

Extra für René hier mal eine kleine Logik-Stunde: Wenn einer ein Nazi ist, dann kann er nicht mit einem den Mindestlohn befürwortenden Hitler gegen Mindestlöhne argumentieren. Das passt einfach nicht, selbst dann nicht, wenn man sich auf den Kopf stellt, mit den Ohren wackelt und hundertmal hintereinander “Nazi” schreit. Das versteht übrigens sogar der Malte, der in Wirklichkeit diese “entlarvende” Behauptung auch gar nicht aufstellt. Aber das nur nebenbei.

Im Übrigen kann es ganz schön teuer werden, wenn man jemanden fortwährend als Nazi beleidigt. Gut, dass der angebliche “Nazi” Marco genügend Anstand besitzt, deswegen nicht zum Anwalt zu rennen. Genau das nennt man übrigens Meinungsfreiheit. Aber das musste jetzt nicht verstehen.

Gesicht zeigen!

So, so. “Gesicht zeigen für den Mindestlohn“, soll man beim DGB.

Staatlich festgesetzte Löhne, das gab’s (die älteren Leser unter uns erinnern sich vielleicht noch), schon einmal in Deutschland. Das 1934 veröffentlichte “Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit“, legte in §29 fest:

Soweit in der Betriebsordnung der Arbeitsentgelt für Arbeiter oder Angestellte festgesetzt wird, sind Mindestsätze mit der Maßgabe aufzunehmen, daß für die seinen Leistungen entsprechende Vergütung des einzelnen Betriebsangehörigen Raum bleibt.

Und hätten die doofen Alliierten das nicht später wieder abgeschafft, würden die “Treuhänder der Arbeit” sich wahrscheinlich bis heute mit Arbeitsbedingungen und Lohnsätzen rumschlagen. Ganz im Sinne des DGB.

Hören wollen das die Genossen aber nicht, selbst wenn sie auf ihrer eigenen Webseite vor kurzem noch stolz darauf verwiesen (mittlerweile gelöscht):

Stattdessen wird wie seinerzeit beim Sender Gleiwitz zurückgeschossen, gar mit totalem Kriegstraf- und zivilrechtlichen Schritten gedroht. Von Meinungsfreiheit, Zitatrecht oder Kunstfreiheit hat man in der DGB-Zentrale offenbar noch nichts mitbekommen. Was andererseits wieder perfekt zum oben zitierten Wiederbelebungsversuch von Uraltrezepten passt – damals, als es noch den Mindestlohn gab, hatte auch die unzensierte Meinungsäußerung nicht gerade Hochkonjunktur.

Update: Das IUF Berlin hat mehr Parallelen zwischen National- (NSDAP) und Internationalsozialismus (DGB) herausgearbeitet. Weitere Hinweise könnten sich bei Schüßlburner finden (ich muss allerdings zugeben, dass ich noch nicht die Muße hatte, mich durch dieses monströse Werk durchzukämpfen).