Datamining: Die totale Überwachung von Finanztransaktionen

Heise’s Technology Review hat einen interessanten Beitrag (ausführlicher Artikel in Englisch bei zdnet) über fortgeschrittene Datamining-Techniken, mit denen amerikanische Banken den Zahlungsverkehr überwachen – schon kleinste Abweichungen von den “normalen” Kontobewegungen werden damit entdeckt und an die Behörden weitergeleitet, etwa im Fall von Eliot Spitzer, dem drei Überweisungen von jeweils 5000 $ zum Verhängnis wurden.

Offiziell dienen solche Systeme natürlich der Bekämpfung von Terrorismus, Kinderpornografie und anderen, in Überwachungsfragen gern präsentierten Strohmännern. Ausser Frage steht aber, dass sie sich auch perfekt zur Erkennung von Notwehr in Steuerangelegenheiten und anderen legitimen, aber vom Staat verfolgten Aktivitäten eignen. Und man kann davon ausgehen, dass auch ausserhalb der USA solche Techniken angewendet werden.

Schützen kann man sich vor solchen Stasi-Methoden, indem man gleich am Anfang des Monats das benötigte Geld in bar abhebt und auf elektronischen Zahlungsverkehr so weit wie möglich verzichtet. Sofern Überweisungen unumgänglich sind, kann und sollte man diese als Bareinzahlung direkt auf das Konto des Begünstigten (bei einer Filiale der Bank des Zahlungsempfängers, ist ggf. sogar kostenlos) tätigen. Bei Bedarf kann hier auch ein fiktiver Name als Einzahler gewählt werden, lediglich bei hohen Beträgen ist die Bank verpflichtet, sich den Ausweis vorlegen zu lassen. Doch selbst wer unter Klarnamen Bareinzahlungen tätigt, erschwert den Schnüfflern das Geschäft, denn sie können keinem Konto zugeordnet werden, was die automatische Erstellung von Nutzungsprofilen erheblich erschwert; baut man noch ein paar absichtliche “Tippfehler” in Namen und Anschrift oder verwendet unterschiedliche Schreibweisen, wird die Zuordnung zu einer Person noch schwerer möglich.

3 Kommentare »
  1. Bargeld hinterlasst keine Spuren, wusste schon mein Wirtschaftslehrer vor 10 Jahren.

    // Dagny // 2008-04-06 11:06 //
  2. http://de.wikipedia.org/wiki/Eurobanknoten#Seriennummer

    Diese bei sämtlichen Ein- und Auszahlungen elektronisch festzuhalten dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, wenn es nicht schon gemacht wird, vor allem bei größeren Bargeldabhebungen jenseits von Automaten.

    Mittels Graphalgorithmen ist es dann auch nicht besonders schwer, Zwischenstationen von regelmäßigen Bargeldflüssen wenigstens mit “hoher Wahrscheinlichkeit” nachzuweisen. Fragen Sie den Kriminalist oder theoretischen Informatiker Ihres Vertrauens – oder einfach Ihren gesunden Menschenverstand.

    // Ragnar D. // 2008-05-02 01:12 //
  3. Hier, da machen die Schafe sich sogar schon freiwillig die Mühe:
    http://de.eurobilltracker.com/

    // Ragnar D. // 2008-05-02 01:26 //

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