Schläger auf Befehl

Milgram-Experiment in klein: Eine Lehrerin stellt einen Siebenjährigen in die Mitte seiner Klassenkameraden und befiehlt ihnen, den Jungen zu verprügeln:

Sein Sohn habe mit einem Freund auf dem Flur Fangen gespielt, als die städtische Mitarbeiterin der Schule den Siebenjährigen am Ärmel gepackt und ins Klassenzimmer gezogen habe. Die Betreuerin habe ihn in die Mitte der Klassenkameraden gesetzt.

“Dann hat sie die Kinder aufgefordert, meinen Sohn zu schlagen”, sagte der Vater von zehn Kindern der Zeitung. Bis auf einen einzigen Klassenkameraden seien alle dieser Aufforderung gefolgt – sie hätten den Jungen geohrfeigt und mit Fäusten in den Rücken geschlagen.

Also ich bin ja durchaus der Ansicht, dass eine zünftige Rauferei zur Jugend einfach dazugehört und hab auch mit Ohrfeigen nicht unbedingt ein Problem, aber ein derart feiges Schreibtischtätertum ist einfach nur noch abstossend. Organisierte Verantwortungslosigkeit; die “Lehrkraft” wird sich im Zweifel damit herausreden, dass sie das ja gar nicht so gemeint hätte, während sich die prügelnden Klassenkameraden sich auf die Anordnung “von oben” berufen. Diese Masche kennen wir ja schon von früher.

Wobei das wirklich beängstigende nicht so sehr die Lehrerin ist, die so etwas befiehlt (das ist schliesslich nichts weiter als ganz normaler Etatismus, lediglich in etwas verschärfter Form), sondern die Tatsache, dass praktisch alle Schüler ohne weiteres dabei mitgemacht haben.

So oder so, es wird immer verständlicher, dass mittlerweile schon wieder die ersten vor diesem Land und seinen Schulen auf der Flucht sind.

Ein Kommentar »
  1. sondern die Tatsache, dass praktisch alle Schüler ohne weiteres dabei mitgemacht haben.

    Hmm, bist du dir sicher, dass du da nicht etwas zu anspruchsvoll gegenüber 7jährigen bist?
    Als ich 7 war, hab ich der Lehrerin auch noch geglaubt, dass sie damals im Krieg auf dem Weg zur Schule durch Schützengräben rennen musste während ihr die Granaten über den Kopf flogen.

    // Jorad // 2008-01-18 14:50 //

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