Januar 2008

Hessen und Niedersachsen: Mehrheit gegen Regierung

Die frohe Botschaft des Tages: Sowohl in Hessen als auch in Niedersachsen wünscht sich eine einfache Mehrheit der Bevölkerung, überhaupt nicht regiert zu werden. Dagegen konnte in keinem der beiden Länder eine Partei mehr als ein Viertel der Wahlberechtigten hinter sich bringen.

Die Ergebnisse im Detail:

Partei Hessen Niedersachsen
(keine) 35,50% 43,00%
CDU 23,74% 24,23%
SPD 23,67% 17,27%
FDP 6,06% 4,67%
Grüne 4,84% 4,56%
Linkspartei 3,29% 4,05%

Besonders nett: In Niedersachsen bringen selbst alle Parteien zusammen kaum noch eine Mehrheit zustande. Das kommt auch in der Grafik gut raus:

niedersachsen.jpg

G-Data Werbespots

…stark lachflashverdächtig:

Schläger auf Befehl

Milgram-Experiment in klein: Eine Lehrerin stellt einen Siebenjährigen in die Mitte seiner Klassenkameraden und befiehlt ihnen, den Jungen zu verprügeln:

Sein Sohn habe mit einem Freund auf dem Flur Fangen gespielt, als die städtische Mitarbeiterin der Schule den Siebenjährigen am Ärmel gepackt und ins Klassenzimmer gezogen habe. Die Betreuerin habe ihn in die Mitte der Klassenkameraden gesetzt.

“Dann hat sie die Kinder aufgefordert, meinen Sohn zu schlagen”, sagte der Vater von zehn Kindern der Zeitung. Bis auf einen einzigen Klassenkameraden seien alle dieser Aufforderung gefolgt – sie hätten den Jungen geohrfeigt und mit Fäusten in den Rücken geschlagen.

Also ich bin ja durchaus der Ansicht, dass eine zünftige Rauferei zur Jugend einfach dazugehört und hab auch mit Ohrfeigen nicht unbedingt ein Problem, aber ein derart feiges Schreibtischtätertum ist einfach nur noch abstossend. Organisierte Verantwortungslosigkeit; die “Lehrkraft” wird sich im Zweifel damit herausreden, dass sie das ja gar nicht so gemeint hätte, während sich die prügelnden Klassenkameraden sich auf die Anordnung “von oben” berufen. Diese Masche kennen wir ja schon von früher.

Wobei das wirklich beängstigende nicht so sehr die Lehrerin ist, die so etwas befiehlt (das ist schliesslich nichts weiter als ganz normaler Etatismus, lediglich in etwas verschärfter Form), sondern die Tatsache, dass praktisch alle Schüler ohne weiteres dabei mitgemacht haben.

So oder so, es wird immer verständlicher, dass mittlerweile schon wieder die ersten vor diesem Land und seinen Schulen auf der Flucht sind.

Vorbildfunktion

Hillary Clinton empfiehlt den Amerikanern ausgerechnet Deutschland als Vorbild:

„Nehmen Sie Deutschland. Sie haben in einer viel kleineren Wirtschaft fast 300 000 Leuten Arbeit verschafft, indem sie Solarzellen installieren.“

Das geht noch viel besser: Beim Autobahnbau anno ’34 wurde in vielen Fällen der Einsatz von Baggern untersagt, obwohl diese durchaus verfügbar und kostengünstiger als Handarbeit gewesen wären. Der Grund: Handarbeit schafft mehr Arbeitsplätze. Die künstlich erzeugten Mehrkosten und Bauverzögerungen hatte der Steuerzahler hinzunehmen, er konnte sich ja nicht dagegen wehren.

Die Solarzelleninstalliererei ist eine Maßnahme vergleichbaren Kalibers, nur dass der Solarstrom im Gegensatz zu Autobahnen von vorneherein überhaupt keinen Nutzen hat – wer kauft schon überteuerten und nur gelegentlich verfügbaren Strom, wenn er dasselbe Produkt jederzeit preiswert vom Kernkraftwerk um die Ecke beziehen kann? Höchstens derjenige, der dazu gezwungen wird.

Neben der Wiederentdeckung der leicht angestaubten Idee vom Reichsarbeitsdienst hat die Möchtegern-Präsidentin jetzt übrigens ihren kompletten Haushalt auf Energiesparlampen umgestellt. Die entfalten -neben der Bereicherung der Hersteller- immerhin einen konkreten Nutzen, denn im schummrigen Schein der trüben Funzeln sieht Hillary mit der schwarzen Perücke jetzt fast schon wie eine echte Monica aus. Darauf eine gute Zigarre!

(via freiheitsforum.com)

“Wurde der nicht gebrieft vorher?”

Wer glaubt an den Weihnachtsmann? Ich nicht, und genausowenig daran, dass es bei Talkshows mit Politikern im öffentlich-rechtlichen Fernsehen “hart aber fair” zugehen kann. Es ist trotzdem immer wieder sehr nett anzusehen, wenn die Inszenierung auffliegt und eine irritierte Ministerin sich deutlich hörbar darüber wundert, dass ein Talkgast (oder sollte man besser “Darsteller” sagen?) sich nicht an den vereinbarten Text hält:

Tja, bevor man die Wahrheit sagt, sollte man halt darauf achten, dass auch wirklich das Mikro abgeschaltet wurde (und ich dachte, so was lernt man auf der Politikerschule). Immerhin hat der Moderator (Plasberg) ja gleich eingegriffen, sonst wären am Ende noch viel peinlichere Enthüllungen über den Äther gegangen. So hält sich der Schaden in Grenzen, und die Glaubwürdigkeit von Zypries ist auch nicht beschädigt worden – was man nicht hat, kann man nicht kaputtmachen…

(Schall und Rauch via FreiheitsForum)

Steal This Wi-Fi

Lesetipp (nicht -befehl, bin ja schliesslich kein Etatist): Wired hat ein wirklich schönes Plädoyer für offene WLANs von Security-Papst Bruce Schneier.

Wie immer hat Bruce Recht: das eigene WLAN zu teilen kostet nichts, ist aber eine nette Geste der Gastfreundschaft gegenüber Reisenden und Besuchern. Dazu gehört natürlich auch, dass man sich als Gast benimmt und das freundliche Angebot nicht etwa dazu mißbraucht, um Unfug zu stiften, den der Anschlussinhaber später ausbaden muss.

Sprachtest für einbürgerungswillige Chinesen

(Vorschlag R. Koch, brutalstmöglich):

Rüstige Renter rammeln rudelweise russische Rubensdamen