Kollegenärger…

…drüben bei den Freiheitsfabrikanten:

Da beschwert sich doch tatsächlich einer darüber, dass er von deren Aggregator aggregiert wird. Stellt sich die Frage, wozu stellt man Texte ins Web, wenn man anschliessend nicht verlinkt werden will? Die beantwortet der Beschwerdeführer leider nicht. Immerhin gibt er erschöpfend Auskunft über seinen Geisteszustand:

Es ist wohl unbestritten, dass eine eigene Werkschöpfung bei Ihnen völlig fehlt.
Ich werde nie begreifen, wie man so dreist und unverschämt sein kann, automatisch Inhalte abzugreifen, daraus eine Internetpräsenz baut, nur aus den Werken Anderer.
Ich werde dies auf keinen Fall hinnehmen – insbesondere wenn ich sehe, dass unsere Inhalte neben dem oftmals rassistischen Dreck von XXXXXXXX stehen. Was glauben Sie eigentlich, wer Sie sind?

Nun haben die Freiheitsfabrikanten mittlerweile über 1000 Blogeinträge produziert, d.h. etwa viermal so viel wie ich, von einer fehlenden “eigenen Werkschöpfung” kann also wirklich nicht die Rede sein.

Ich sollte gleich zum Anwalt gehen und Ihnen die Rechnung präsentieren.

Wer nix in der Hose hat, droht mit seinen 20 grossen Brüdern. Oder dem Anwalt…

Freitagmittag, 12.00 Uhr – die Uhr tickt und wenn ich jetzt weiter schreibe, dann werden sie mich wegen Beleidigung rechtlich belangen.

…und unterstellt im gleichen Atemzug seinem Gegenüber das gleiche Kindergartenniveau. Gleich darauf der grösste Knaller:

Was für ein unverschämter Dreck! Solche Leute wie Sie, die Ihre Existenz daraus ziehen, die Inhalte anderer zu übernehmen, sind dafür verantwortlich, wenn keine freien Lizenzen oder keine Creative Commons-Lizenzen mehr genutzt werden.

Eine “freie Lizenz” (der Name deutet das schon an) bedeutet, dass die unter dieser Lizenz befindlichen Inhalte frei verwendet werden können. Und genau diese freie Verwendung soll plötzlich Ursache dafür sein, dass irgendjemand seine Inhalte nicht mehr unter eine freie Lizenz stellt? Sehr einleuchtend.

Ich werde mir mit meinem Co-Autor überlegen, ob wir unsere Werke zukünftig unter ganz normales deutsches Urheberrecht stellen.

Wir schlottern alle schon vor Angst…

Solche Leute wie Sie sind der Grund, warum das Internet zu dem Moloch geworden ist, welches wir heute oftmals vorfinden.

Dieser Satz ist unzweifelhaft der, der mich am allermeisten an diesem Penner aufregt, denn das ist eine faustdicke Lüge und exakt das Gegenteil ist wahr:

Früher gab es keine solchen Vollpfosten -wie den fraglichen “Blogger”- im Internet. Denn da brauchte man Verstand und technische Kenntnis, um überhaupt ins Netz hineinzukommen, ein zuverlässiges Ausschlusskriterium für die ganzen unterbelichteten Anwaltsdroher und Mamiheuler. Damals war das Netz unreguliert, unkultiviert, rechtsfrei, wertvoll und schön. Reine Anarchie eben. Dann kamen die DAUs, die Seuche der 90er, und in ihrem Gefolge Politiker, Anwälte, Internetpolizisten und das ganze Geschmeiss. Binnen weniger Jahre zerstörten sie alles das, was andere vorher aufgebaut hatten, verseuchten die Kultur, zertrampelten die Freiheit, machten die einzigartige, wundervolle virtuelle Welt zu einer billigen Kolonie ihres ekelhaften, kleingeistigen “Rechtsstaats”. Plötzlich rannte jeder Pimpf, der sich von irgendwem oder irgendwas irgendwie belästigt fühlte, zum Anwalt oder Staatsanwalt und heulte sich über die bösen, bösen Buben im Internet aus; einer Welt, die sie weder geschaffen noch verstanden hatten, trotzdem aber irgendwie als ihr neues Spielzeug und ihr “Recht” betrachteten.

Wir haben sie nicht gerufen, und wir haben sie nicht gewollt, und wenn es nach mir ginge, würden die ganzen Spasten noch heute vor der Glotze hocken und “interaktiv” Videotext und SMS-Chats benutzen. Alles andere ist Perlen vor die Säue geworfen, nur leider kann niemand so viel Wurst essen, wie erforderlich wäre, um das störende Gegrunze jetzt noch zum Verstummen zu bringen. Der Zug ist abgefahren, was bleibt ist jetzt nur noch ein neues, besseres “Internet 2.0″ zu bauen, und das Gesindel dort zumindest für einen gewissen Zeitraum auszusperren. FreeNet (nicht das von Mobilcom) ist ein solches Netz, zumindest für die nächste Zeit.

Kleiner Spass am Rande: Der (bislang noch nicht bekannte) Blogmotzer hält seinen Hirnschiss auch noch für eine “Werkschöpfung”, die man nicht veröffentlichen dürfe – der feuchte Traum eines jeden Idioten, nicht als solcher erkannt zu werden. Hat natürlich nicht geklappt:

Und wissen Sie, was das gute an solchen ausgiebigen Mails ist? Sie unterstehen ebenso der eigenen Werkschöpfung.
Ich würde sie an Ihrer Stelle also nicht veröffentlichen – mal wieder völlig von der Unverschämtheit abgesehen, private Konversation veröffentlichen zu *wollen*. Ich würde es auch eher ablehnen, bei Ihnen genannt zu werden.

Ich persönlich würde dem letzten Wunsch auch noch gerne entsprechen; sachdienliche Hinweise diesbezüglich werden gern entgegengenommen und ggf. prämiert.

2 Kommentare »
  1. thnX!

    // Andreas Ullrich // 2007-11-24 13:13 //
  2. fürchte, mit dem problem dass etatisten und andere ***** zuwandern, sobald es etwas anarchistisches (oder zumindest erfolgreiches) gibt, wird man sich noch öfters auseinandersetzen muessen.

    // dagny // 2007-11-24 18:37 //

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