Juni 2007

Fake!

Das hier (NSFW, Flash, Sound ist zum Verständnis erforderlich) kann nicht real sein. Absolut unmöglich. So was gibt es nicht in Wirklichkeit. Auf gar keinen Fall. Völlig unvorstellbar.

Und wenn es tatsächlich real ist, sollte sich die Betroffene ganz, ganz dringend bei mir melden.

Lack, Leder und Open Source

Der Plot ist mindestens so verworren wie in einem David-Lynch-Film, ist aber (angeblich) real: Hans Reiser, bekannt als Entwickler des Filesystems ReiserFS, sitzt im Knast, unter Verdacht, seine Frau Nina umgebracht zu haben. Die ist Russin (Reiser hat sie über eine Heiratsagentur kennengelernt), hat Verbindungen zur Drogenszene und wird seit September 2006 vermisst. Ihr Liebhaber, einst ein Geschäftspartner von Reiser, behauptet von sich, 8 Menschen ermordet zu haben (darunter aber nicht Reisers Frau), war früher bisexuell und in der SM- und Lederszene unterwegs, hat damit aber angeblich aufgehört und sich der Religion zugewandt. Möglicherweise aber auch zusammen mit seiner Geliebten Geld aus Hans Reisers Firma veruntreut. In Nebenrollen: Die Russenmafia und ominöse Andeutungen im Sourcecode.

Man braucht kein Hellseher zu sein, um zu ahnen, dass uns dieser Stoff früher oder später im Kino begegnen wird. Joshua Davis von wired zeigt schon mal eine Vorschau auf das Drehbuch (englisch).

Raubkopierer = Bauernmörder

Plumper geht’s wohl nimmer: Raubkopierer sind nicht nur für Terrorismus, Klimaerwärmung, Lungenkrebs, Teenagerschwangerschaften, eitrige Ekzeme und Hungersnöte verantwortlich, sondern auch für Einnahmeverluste amerikanischer Maisfarmer. Denn, so zumindest die “Argumentation” von NBC bei einer Anhörung der Federal Communications Commission (FCC), der amerikanischen Netzregulierungsbehörde, wenn die Leute daheim kopierte Filme anschauen, gingen sie nicht mehr ins Kino, und würden weniger Popcorn essen, was wiederum den Maisfarmern schaden würde. Deswegen müssten Internetprovider gesetzlich gezwungen werden, P2P-Verkehr zu blockieren.

Lohnt es sich, gegen so etwas mit Logik zu argumentieren, etwa mit dem Hinweis auf steigende Besucherzahlen in Kinos oder im Vergleich zum Vorjahr deutlich höhere Preise für Mais und Getreide? Oder mit der Überlegung, dass die Leute bei sinkenden Ausgaben für Kinokarten (Piratenheimkino ist kostenlos) eher sogar mehr Geld für Popcorn etc. übrig hätten? Wohl eher nicht, vielmehr drängt sich einem der Eindruck auf, dass es bei solchen Anhörungen nicht um logische Argumente geht, sondern nur darum, während der Zeit, die der Beamte oder Senator zum Zählen des Kofferinhalts braucht, überhaupt irgendetwas zu sagen. Weil das im Protokoll einfach besser aussieht.

Unabhängig davon könnte man aber einen schönen Werbespot aus dem Thema machen: Ein Raubkopierer (langhaariger, ungepflegter, unsympathischer Typ) hetzt durch ein Maisfeld, ein paar gut erkennbare gebrannte DVDs in der Hand, und hinterlässt dabei eine Schneise der Zerstörung. Plötzlich ein Schuss aus dem Off, der Raubkopierer bricht zusammen und bleibt in einer grossen Lache Blut mitten im Maisfeld liegen. In der nächsten Einstellung ein Farmer, der zufrieden grinst, die Pumpgun über die Schulter legt und im Weggehen einen weiteren Kreidestrich an den Verandapfosten malt (auf der ruhig ein paar glückliche Kinder herumstehen dürfen, um den emotionalen Appeal zu steigern). Dann Einblendung des Slogans: “Protect your Family – fight back against movie piracy”…

(gefunden bei gulli via yigg)

Sex mit Minderjährigen

Sorry, keine Bilder, ich will ja keinen Ärger kriegen. Aber trotzdem vielen Dank fürs Klicken. Worum geht es? Der 17-jährige Marco W. sitzt in der Türkei im Knast. Weil er mit einer 13-jährigen (die sich als 15-jährige ausgab) geknutscht/gepoppt/whatever haben soll. In der Türkei im Knast zu sitzen ist, da bestehen wenig Zweifel, ziemlich fies. So fies, dass sich deswegen sogar der deutsche Aussenminister für seine Freilassung einsetzt, denn wenn Deutsche schon unschuldig im Knast sitzen müssen, dann sollen es wenigstens ordentliche amerikanische Gefängnisse sein.

Doch was wäre mit Marco W. in Deutschland passiert? Die Welt hat einen Hintergrundartikel dazu:

Aber – hat sie es nicht selbst gewollt? Egal, die Einwilligung eines Kindes ist strafrechtlich nicht erheblich.

Oder anders ausgedrückt: Wer mit einer 13-jährigen Sex hat, braucht sich gar nicht erst die Mühe zu machen, nach ihrer Zustimmung zu fragen, denn ob sie “ja” sagt oder sich wehrt und versucht wegzulaufen, ist in der Logik der Staatsjuristen unerheblich.

Offtopic

Nur ein kleiner Tipp für alle Fummeleien mit Partitionen, Bootrecords etc.: Nehmt kein Knoppix. Und auch kein Knoppicillin. Sondern die GPartEd Live CD. Die ist nicht nur viel kleiner (~50 MB), sondern kommt auch mit einem aktuellen gparted anstatt einer veralteten Variante des sowieso missglückten qtparted. Als Gratiszugabe gibt’s ein Bootmenü, mit dem man direkt in Partitionen oder MBRs booten kann (warum ist eigentlich sonst noch keiner auf diese geniale Idee gekommen?).

Und falls einen danach die übliche Installationslangeweile plagt (so wie mich gerade), kann man z.B. diese feine Kurzgeschichte vom St. Burnster lesen. Die hat zwar zugegebenermassen exakt überhaupt nichts mit dem Thema Partitionierung zu tun, aber sie hat mir halt gut gefallen, und das “Offtopic” steht ja eh schon oben dran.

The Internet is for Porn

Das nett gemachte Filmchen, gefunden beim Telagon Sichelputzer (was für ein Name! Aber wenn ich im realen Leben “Mike Schnoor” hiesse, würde ich mir wohl auch was Klangvolleres ausdenken wollen), bestätigt im Wesentlichen das, was wir uns sowieso schon gedacht haben: 12% aller Websites, 25% aller Suchmaschinenanfragen und 35% aller Downloads sind pornographischer Natur. Und zu jeder Sekunde des Tages gucken sich ca. 28.000 Benutzer Pornos an (leider noch nicht alle bei mir).

Wesentlich bestürzender finde ich die Tatsache, dass (wenn es denn tatsächlich stimmen sollte) die meistbesuchte Adult-Webseite doch tatsächlich ausgerechnet der Adultfriendfinder sein soll, eine Webseite mit eher zweifelhaftem Nutzwert und definitiv unseriöser Werbung – in deren Webads werden dem Betrachter vorgebliche “Profile” angezeigt , die immer die gleichen Bilder, aber jeweils auf den Standort des Betrachters angepasste, unterschiedliche Namen und Orte beinhalten. Natürlich soll man für die Mitgliedschaft auch noch kräftig Geld ausgeben (zumindest wenn man den Dienst ernsthaft nutzen will). So was braucht wirklich kein Mensch.

Zumal man bei poppen.de das alles für umme bekommt. Und damit durchaus Erfolge erzielt, was man vom AFF nicht gerade behaupten kann (und nein, ich werde meinen Profilnamen hier nicht verraten *g*). Das dürfte übrigens nicht zuletzt daran liegen, dass Mädels nur äusserst selten auf dumme Jungs stehen. Und wer sich mit Fake-Profilen dazu bringen lässt, 30 Euro im Monat für eine zweifelhafte Kontaktseite auszugeben, ist nun mal exakt das. Dann lieber die Kohle sparen und alle 4 Monate ab in den Puff. Da kriegt man dann wenigstens genau diejenige, die man sich vorher ausgesucht hat.

Skype: Eine Frage des Vertrauens

Foto von Alipictures
Foto von Alipictures

Stellt Euch vor, ihr macht eine Party, und ein Gast bittet euch, mal kurz Euren Rechner benutzen zu dürfen. Ihr kennt denjenigen nicht, vermutlich hat ihn irgendwer mitgebracht, und auf die Frage, was genau er denn am PC machen will, antwortet er “‘n paar Mails schreiben und so” – sollte man ihm das erlauben?

Das ist ganz klar eine Frage des Vertrauens, denn auf einem Rechner kann man eine Menge Unfug anstellen, erst recht wenn er am Internet hängt. Aber andererseits ist es unhöflich, einem Gast eine möglicherweise völlig harmlose Bitte abzuschlagen, und schliesslich lässt man Gäste ja auch aufs Klo, obwohl man da ebenfalls eine Menge Unfug anstellen kann (wer das nicht glaubt, hat offenbar noch nie einen öffentlichen Abort ausserhalb Zürichs von innen gesehen). Daher würde ich den Wunsch genauer prüfen, und weil ich den Gast ja nicht kenne, die Erlaubnis von den weiteren Umständen abhängig machen. Dazu zwei Beispiele:

Im einen Fall sagt derjenige auf meine Bedenken hin, dass er das gut verstehen könne, und er kein Problem damit hätte, wenn ich bei seiner Internetsitzung zuschaue, damit ich mir ganz sicher sein kann, dass er keinen Quatsch macht. Das wäre Open Source.

Im zweiten Fall besteht der Fremde darauf, alleine zu bleiben, denn schliesslich ginge es ja niemanden was an, wem er welche Mails schreibt. Er schliesst sich im Zimmer ein, lässt die Rolläden herunter, verstopft das Schlüsselloch mit Papier, und beginnt mit einem mitgebrachten Schraubenzieher, PC und Tastatur zu zerlegen (es könnte ja ein Keylogger darin versteckt sein). Ausserdem hat er ein externes Laufwerk mitgebracht, über dessen Inhalt und Zweck er jede Auskunft verweigert. Das ist Skype.

Damit sollte eigentlich alles klar sein, oder? Falls nicht, sind vielleicht die folgenden zwei Fakten interessant: Das erste Produkt der Erfinder von Skype (Niklas Zennström und Janus Friis) war Kazaa, eine eindeutige Spyware – gegen die um die Spionage- und Werbefunktion bereinigte Variante Kazaa Lite gingen die beiden übrigens u.a. gerichtlich vor. Im September 2005 wurde Skype an Ebay verkauft, eine Firma, deren obrigkeitsfreundliche und datenschutzfeindliche Grundhaltung legendär ist. Noch Fragen?

Natürlich muss jeder selbst wissen, wem er vertrauen will. Ich persönlich finde Skype absolut vertrauenswürdig, überzeugend und sicher und werde mir das bestimmt installieren. Und zwar sobald mir der Herr “Basher Mobuto” endlich die versprochenen 30 Mio. $ überwiesen hat…

Gegen den Überwachungsstaat

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Gefunden beim Pantoffelpunk. Und natürlich hat er Recht, denn egal ob es um ein eitriges Furunkel geht oder -wie in meinem Fall- um ein Gemächt, dessen Grösse zumindest jungen Mädels Angst einflössen würde, wenn sie es denn vor dem Akt im Hellen erblickten: Nicht jede(r) muss immer gleich alles über einen wissen.

Wobei ich ja schon ein wenig den Eindruck habe, dass solche Kampagnen pro Privatsphäre ungefähr so nützlich sind wie Fernsehwerbung für Freibier, denn das Problem ist ja nicht die fehlende Nachfrage, sondern die Abwesenheit von Gegenwehr. Als vor 20 Jahren die damalige Volkszählung (die aus heutiger Sicht reichlich harmlos erscheint) grosses Thema war, waren es nicht unbedingt mehr Leute, die dagegen waren (die überwiegende Mehrheit füllte letztendlich treubrav die Bögen aus), aber die, die dagegen waren, waren in wesentlich höherem Masse zum offenen Widerstand bereit als heutzutage, wo in vorauseilendem Gehorsam Foren zensiert und selbst private Weblogs mit Impressen und sonstigen Disclaimern zugepflastert werden (obwohl nicht mal sicher ist, ob es überhaupt eine Impressumspflicht gibt).

Wäre 1987 ein Innenminister Zimmermann auf die Idee gekommen, ganz Deutschland mit Überwachungskameras zuzupflastern, die die Menschen auf Schritt und Tritt überwachen, die Gesichter und Autokennzeichen automatisch erkennen und mit den Daten Bewegungsprofile erstellen, so hätte man ohne Zweifel mit ein paar Zwillen aus den Dingern Mus gemacht, und zwar so schnell, dass die Stasi(West) und ihre Helfershelfer nicht mehr mit dem Reparieren nachgekommen wären. Wenn -wie gesagt, lediglich 20 Jahre später- nicht nur das bereits Realität ist, sondern darüber hinaus alle Kommunikationsdaten aller Bürger für unbestimmte Zeitangeblich erstmal nur 6 Monate gespeichert werden sollen, selbst subalterne Beamte nur auf einen Knopf drücken müssen, um sich beliebige Kontendaten willkürlich herausgegriffener Bürger anzusehen, wenn Hausdurchsuchungen und Telefonüberwachungen die Ermittlungsbehörde nur ein Formblatt kosten, das von einem willfährig kollaborierenden “Richter” ohne nähere Betrachtung abgezeichnet wird und ein Innenminister Schäuble darüberhinaus davon phantasiert, nach Lust und Laune über das Internet in private PCs einzubrechen und dort auf den Festplatten herumzuschnüffeln, und die Antwort darauf nur aus ein paar maulige Blogeinträge (so wie dieser hier, zugegeben) und ein paar halbherzigen Versuchen, mit “rechtsstaatlichen” Mitteln dagegen vorzugehen, besteht, wird einem unmittelbar klar, dass der Krieg so niemals gewonnen werden kann.

Wer wirklich etwas gegen Überwachung und staatliche Kontrolle unternehmen will, sollte

Klar, alles das ist mühsam, manches ist illegal (oh Schreck!), erfordert das Verlassen der Wohnung oder ist vielleicht sogar ein bißchen gefährlich. Dafür besteht die Chance, dass es hilft. Oder, wie jeder Mediziner weiss: Medikamente ohne Nebenwirkungen haben auch keine Hauptwirkung.