Nix zu schaffen 2.0

DojoGirl von Michel Jäckel
DojoGirl von Michel Jäckel

Staatsanwälte, die sich während der Arbeitszeit in virtuellen Welten tummeln, richten zumindest im realen Leben keine Schäden an – sollte man jedenfalls meinen. Stimmt aber nicht, denn zumindest der Staatsanwaltschaft Halle erscheint offenbar nicht nur die Jagd nach realen Übeltätern, sondern auch das -streng dienstliche- Computerspielen nicht reizvoll genug. Deswegen erfand man dort gleich mal eine ganz neue Art von “Verbrechen”: virtuellen Sex mit virtuellen Kindern.

Noch mal für die Langsamen: Da steuert ein Erwachsener (Minderjährige können mangels Kreditkarte nicht bei Second Life mitmachen) in einem Spiel eine Figur, die fiktiven Sex mit einer anderen, ebenfalls von einem Erwachsenen gesteuerten Figur simuliert, die mehr oder weniger jugendlich aussieht. Das mag der sexuell eher mainstreamig orientierten Mehrheit vielleicht etwas eigenwillig erscheinen, Kindesmissbrauch ist es aber allenfalls in der Phantasie unterbeschäftigter Staatsanwälte und öffentlich-rechtlicher “Qualitätsmedien“. Und natürlich in den Augen berufsbetroffener Jugendschützer, die gleich mal das Deaktivieren jeglicher Sexfunktionen im virtuellen Leben fordern, und sei es nur um von der eigenen Nutzlosigkeit abzulenken.

Man wünscht sich unwillkürlich einen realen Steinbruch, in dem allen virtuellen Amtsnervensägen ein wenig mehr Realitätsbezug beigebogen wird.

Kommentar schreiben

XHTML: Folgende Tags sind erlaubt:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>