Januar 2007
OpenMoko: Open Source Handy
OpenMoko, das erste (fast) komplett auf quelloffener Software basierende Handy, wurde auf diesem Blog vor einiger Zeit schon mal kurz erwähnt. Inzwischen gibt es auch ein offizielles Verfügbarkeitsdatum (11. März 2007) und einen konkreten Preis (350 $, entspricht ca. 275 €). Hier ein paar Specs:
- 120.7 x 62 x 18.5 (mm)
- 2.8″ VGA (480×640) TFT Touchscreen
- Samsung s3c2410 SoC @ 266 MHz
- 128 MB SDRAM/64 MB Flash
- Bluetooth 2.0, USB 1.1
- GPS
- kein WLAN
- kein EDGE
- Präsentation mit mehr Details
Fazit: Mit dem OpenMoko gibt es erstmalig ein Mobiltelefon, bei dem der Anwender die Abwesenheit unerwünschter “Extrafeatures” anhand des offengelegten Quellcodes verifizieren kann; auch eine End-2-End-Verschlüsselung von Telefonaten scheint endlich in greifbare Nähe gerückt (zumindest lässt sie sich leichter einbauen als in proprietäre Geräte). Die Ausstattung bleibt zwar, was Speicher und Kommunikationsfähigkeiten angeht, zum Teil deutlich hinter den aktuellen Multimedia-Boliden zurück, neben dem Telefonieren bleibt aber dennoch Raum für interessante Zusatzanwendungen, nicht zuletzt mit dem integrierten GPS-Empfänger (z.B. online aktualisierter Radarwarner). Alles in allem ein sehr interessantes Angebot zu einem erfreulich günstigen Preis.
Kluge Worte
Jochim Rolf Selzer begründet in de.org.ccc (liebe Kinderchen: Das ist übrigens eine sogenannte Newsgroup, das hatten wir damals, nach dem Krieg, als es noch keine Blogs und kein www gab), warum Engagement in der Politik keine Lösung für irgendein Problem ist, ausser man ist Arschloch aus Leidenschaft und sucht neue Möglichkeiten, seine Neigungen auszuleben:
Genauso, wie ein Herbert Groenemeyer in einer Castingsendung noch in der Vorrunde wegen vermeintlich mangelnder Eignung ausschiede, filtert das ständige Nach-oben-Taktieren in der Politik die mutigsten Ideen wegen mangelnder Massenkompatibilität aus. Als Ergebnis haben wir funktionsuntüchtige Kompromisse, die nur deshalb geschlossen wurden, damit die Verhandlungspartner ihren eigenen Wählern erzählen können, sie hätten ihre Positionen durchgesetzt.[...]
Kurz: “Wenn dir die Politik nicht passt, engagier dich” ist eine hübsche Ausrede derer, die es sich in ihren politischen Ämtern bequem eingerichtet haben und genau wissen, dass ihr System änderungsresistent ist.
Alle Mitglieder gelbsozialistischer Parteien bzw. ominöser Plattformen innerhalb derselben kann wirklich nur geraten werden, sich diesen kurzen Artikel aufmerksam durchzulesen, gerade dann, wenn sie eigentlich ehrenwerte Ziele haben (was ich in den allermeisten Fällen ja gar nicht bestreiten würde).
Babe des Tages
Da kommt mir irgendwie gerade ein klassischer Quote aus “Das Boot” in den Sinn:
Ach, die Weiber aus Kastilien,
haben Leiber weiss wie Lilien,
und in der Mitte, wie zum Trotze,
eine rabenschwarze Fotze
Das muss man natürlich mit der rauhen, whiskygestählten Stimme eines altgedienten U-Boot-Veteranen aufsagen.
Drogen sind doch gefährlich
THC und Rotwein bilden zusammen eine Kombination, die recht erheiternd, mitunter aber auch gefährlich wirken kann. Der Konsum einer grösseren Menge dieser Substanzen nach dem Genuss von Erbsensuppe könnte einen z.B. auf die Idee bringen, endlich mal auszuprobieren, wovon man schon so oft gelesen hat:
So was ist dann aber nicht nur für den Betroffenen schlimm, der ja jetzt allen möglichen Leuten glaubhaft erklären muss, warum er beim Essen lieber stehenbleiben und sich regelmässig zum Nachcremen aufs WC verdrücken will, sondern auch für den harmlosen Betrachter, der sich -ebenfalls reichlich mit der oben erwähnten Mixtur intoxiert- das ganze auf dem Beamer anschaut, beim zweiten Mal den Subwoofer dazuschaltet und die Tonspur ein wenig mit dem Equalizer frisiert, um einen noch lebensechteren Klang zu bewirken, immer und immer wieder auf “Wiederholen” klickt, den Clip bei jeder Wiederholung amüsanter findend, bis er vor lauter Lachflash kaum noch Luft bekommt und daher Seitenstechen.
Scheisse, das tut ja jetzt immer noch weh.
Peinlich
Tja, bei Präsentationen immer dran denken, den Bildschirmschoner vorher auszuschalten…
Nach “Tittolin” suchen übrigens schon einige, hab aber leider auch keinen Link.
Nachtrag: Das ist nicht echt, sondern ein Viralmarketing-Video, und zwar für dieses Buch. Aber wenn das den selben Spassfaktor bietet, ist’s ja durchaus ok. Ich hätte allerdings an Stelle des Autors noch darauf hingewiesen, dass das Buch den Link zum Bildschirmschoner enthält…
Babe des Tages
Guter Vorsatz für 2007: Weibliche Gesellschaft zukünftig in mehrfacher Ausfertigung geniessen, denn das ist sozial und sorgt für mehr Chancengleichheit. Jedes Jahr viele tausend Schulabgängerinnen ohne Chancen auf einen ordentlichen ONS, da musste endlich mal gehandelt werden.
Vorankündigungen
Es gibt Fürze, die kündigen eine gewaltige Ladung Scheisse an, so gewaltig, dass man alles stehen und liegen lässt, um unverzüglich das nächste WC anzusteuern, weil man aus Erfahrung weiss, dass in so einem Fall kein Aufschub möglich, nicht die geringste Verzögerung tolerierbar ist. So etwas ist das behördliche Äquivalent dazu, denn wie man aus vielen Fällen weiss, breitet sich unmittelbar nach dem charakteristischen Furzgeräusch (Erwähnung des Themas Kinderpornographie in den Medien) ein übler Gestank (eine neuerliche Einschränkung von Grundrechten) im Zimmer aus, gleichzeitig weiss man aber genau, dass die richtige Sauerei erst noch bevorsteht.
Es wäre nämlich naiv zu glauben, dass mit dem wahllosen Durchforsten der Daten von 22 Millionen Kreditkartenbesitzern nach Zahlungen in Höhe von 79,99 $ (ein “ungewöhnlicher Betrag”, der im Web lediglich ca. 250 Mio.(!) mal vorkommt) auf einen bestimmten Merchant Account sowie den anschliessenden Hausdurchsuchungen bereits der Gipfel erreicht wäre, auch wenn davon wieder mal viele Unbeteiligte betroffen sein dürften, denn gerade im Erotikbereich ist es üblich, ein Abrechnungskonto über Zwischengesellschaften zwecks Kostensenkung unter vielen Anbietern aufzuteilen, und dass ausgerechnet ein Anbieter von Kinderpornographie, der wohl kaum damit rechnen kann, dass sein Angebot allzu lange unbehelligt existiert, sich um einen relativ teuren, exklusiven Abrechnungsvertrag bemüht, ist schliesslich auch nicht gerade einsichtig.
Tatsächlich dürfte das eher den Anfangspunkt für einen weiteren, umfassenden Abbau der Privatsphäre markieren, denn was zur angeblichen Bekämpfung von “Kindesmissbrauch” recht ist, wird für andere Tatbestände nur billig sein; vermutlich wird man demnächst einen verhinderten Terroranschlag mit Hilfe von Kontenrasterfahndung präsentieren, und spätestens dann ist die Bevölkerung so weit an die neue Eingriffsdimension gewöhnt, dass man sie ins Standardrepertoire aufnehmen kann. Selbstverständlich ohne richterliche Genehmigung, denn bekanntlich fällt der Abbau bürokratischer Hemmnisse besonders dann nicht schwer, wenn diese zur Wahrung von Grundrechten gedacht sind.
Für die nächste Zeit ist daher wohl mit noch mehr Gestank zu rechnen, jedenfalls so lange, bis sich endlich genügend aufrechte Menschen bereitfinden, den Abzug zu betätigen und das schnüffelnde und spionierende Gesindel da hinzubefördern, wo es hingehört.






