ResistantX oder Wie Amokläufer gemacht werden
Kein schönes Thema, aber dennoch erwähnenswert: Eine Kopie der originalen Homepage des Bastian B. aka ResistantX, der -falls es irgendjemand noch nicht mitbekommen haben sollte- vorgestern in einer Schule in Emsdetten mehrere Personen zum Teil schwer verletzt hat, bevor er sich selbst erschoss, gibt es hier, Kopien seines ursprünglich im Internet veröffentlichten Abschiedsbriefes auch hier und hier.
Wer sich selbst eine Meinung über den Vorfall und seine möglichen Ursachen bilden will, hat somit die Möglichkeit, dies anhand von Quellen aus erster Hand zu tun – mit Sicherheit eine bessere Idee, als das verlogene Geschwätz ekelhafter Polit-Kröten anzuschauen, die lediglich eine aufmerksamkeitsökonomisch günstige Gelegenheit ausnutzen, um abstruse Gesetzesverschärfungs- und Verbotsforderungen aus der Schublade zu holen. Träfe man eine dieser Kreaturen zufälligerweise in realiter, sollte man sie endlich über elementare Logik und die klassischen Fehler beim Umkehrschluss aufklären. Oder ihr einfach kräftig eins in die Fresse hauen. ’nuff said.
Interessanter ist da schon die Frage, warum offenbar (von wem auch immer) hinter den Kulissen ganz erhebliche Anstrengungen unternommen werden, möglichst alle Hinweise auf ResistantX aus dem Internet verschwinden zu lassen. Denn neben einer ominösen Passwortabfrage (“Polizei NRW”) auf der ursprünglichen Homepage sind nahezu alle seine Forenbeiträge aus mehreren(!) Foren unauffindbar, ebenfalls die Videos, die gleichwohl im Fernsehen ausschnittsweise zu sehen waren (Mirror bei YouTube). Soll dadurch gar verhindert werden, dass sich allzu viele Leute mit den wahren Hintergründen beschäftigen?
Schon das Querlesen einiger Zeilen des vorliegenden Materials weckt jedenfalls arge Zweifel an der dümmlichen “Killerspiele”-Argumentation. So schreibt B. beispielsweise am 26. Mai 2005 in sein Livejournal-Tagebuch mit dem bezeichenden Titel “wrathofrx“:
Damals war es schlimmer, das 5-8 Schuljahr war das extremste, jetzt hat es sich gelegt, es ist nict mehr so schlimm. Doch die Wunden sind geblieben, nicht nur Körperliche, nein, meist seeliche Wunden[...]
Das einzigste Mal das etwas wirklich nach aussen drang, war als man mir einen glühenden Fahrradschlüssel auf die Hand presste…da hat der Schulleiter Anzeige erstattet. Das wars dann aber auch. Von den anderen Dingen wollte niemand was sehehn, oder sie hat niemand gesehen.
Sollte dieser Eintrag (und die anderen) tatsächlich einen realen Hintergrund haben, wirft das zumindest kein gutes Licht auf die Emsdettener Geschwister-Scholl-Schule, auch wenn später mit einem “Antibullying-Programm” zumindest zaghafte Schritte in die richtige Richtung unternommen worden sind. Und laut darüber nachzudenken, ob der Staat überhaupt die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen in der Anstalt gewährleisten will oder kann, in die er sie -notfalls mit Gewalt- hineinzwingt, dürfte aus Sicht eines Polit-Gangsters wohl kaum opportun sein. Dann doch lieber lauthals zweckfreie Verbote fordern und gleichzeitig klammheimlich Unterlagen verschwinden lassen, damit kennt man sich aus, das hat man schliesslich schon immer so gemacht.
So lange, bis es das nächste Mal knallt.
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Dummenfang – wie so oft. Läuft ein Jugendlicher Amok, dem auch nur Moorhuhn auf seinem PC nachweisen konnte, geht sie wieder los die Alter Leier von den Killerspielen.
JAAAAA! Lösungen können doch so einfach sein!
Ich hätte da auch noch Patenrezepte gegen Arbeitslosigkeit, AIDS, Unterschichtler und Gewerkschafter. Hat jemand Interesse?
// Anonymous // 2006-11-21 20:09 // -
Danke für die Infos. Nach dem lesen des Briefes komme ich zu folgendem Urteil:
Dieser kranke Typ hält sich nicht an seine eigenen Maßstäbe. Er hat selbstverständlich das Recht, so zu leben, wie er es möchte, aber er hat nicht das Recht diesen “Stil” jemand anderem in Form einer Kugel aufzuzwingen.Die üblichen Politikschnellschüsse sind wie immer pure Heuchelei. Den Aufschrei im Internet kann ich aber auch nicht verstehen. Zu 99% trägt der Täter selbst die Hauptschuld.
// Anonymous // 2006-11-23 19:57 //



