November 2006

Noch ein Tipp zum Thema Weihnachten

CDs sind kein gutes Geschenk:

http://www.whatacrappypresent.com/

Ich! Bin! Wichtig!

lustige Story in (bislang) drei Akten, gefunden bei Robert:

1. Akt: Dr. Frank Huber bietet Bloggern an, kostenlos Werbung auf seinem GynäkologenMedienblog zu schalten. Das ist nett.

2. Akt: Stefan Niggemeier (der vom Bildblog) fragt sich öffentlich, ob das angesichts der aktuellen Besucherzahlen des Medienblogs den Werbetreibenden wirklich was bringt. Das ist weniger nett, wenn auch sachlich nicht ganz unbegründet.

3. Akt: Dr. Frank Huber (kein Gynäkologe, sondern Volkswirt) belegt seine Wichtigkeit für das “deutsche Web 2.0″ mit Zahlen und Argumenten. Und mit was für welchen:

Ich mein, ich bin ja auch wichtig für das Web 2.0, drchaos.blog wird immerhin auch von der Crème de la Crème der weltweiten Blogosphäre gelesen, nur tun die das halt heimlich und unter falschem Namen. Und 400 Leser hatten wir auch schon mal, allerdings am Vormittag. Und was die Relevanz bei eigenen Wortschöpfungen angeht, da kann man nicht nur von Relevanz reden, auch nicht von Dominanz, nein, da ist schon der Ausdruck Weltherrschaft angemessen! Mindestens!

PS3 oder WII?

In ein paar Wochen ist Weihnachten, aber welche Konsole soll man den lieben Kleinen unter den Baum legen?
Schwierige Frage, zum Glück liefert drchaos.blog -wie gewohnt- fundierte und sachliche Informationen zum Thema:

Babe des Tages

Heute gibt es wieder mal eine äusserst edle Serie von Met Art: “Tantrika”, fotografiert von Alexander Voronin (der übrigens zwar Russe, aber durchaus nicht identisch mit dem Direktor der russischen “Gesellschaft zur Erforschung der Probleme von Atlantis” ist).

Die unglaubliche Übermacht osteuropäischer Fotografen und Modelle bringt einen ja direkt ins Grübeln darüber, was wir uns denn eigentlich früher angeschaut hatten, bevor der eiserne Vorhang fiel.

Und die Antwort ist: Solches Zeug mussten wir gucken, damals, nach dem Krieg. Wir hatten ja nix!

Da kann man nur sagen: Gut, dass diese schlimme Zeit vorbei ist!

Schuld und Verantwortung

Ein anonymer Kommentator schrieb zum Thema ResistantX:

Zu 99% trägt der Täter selbst die Hauptschuld.

Ich denke, hier ist eine differenziertere Betrachtung angebracht. Natürlich ist es nicht richtig, wahllos auf irgendwelche Leute zu schiessen; so etwas kann man wohl kaum als legitime Selbstverteidigung bezeichnen, und die Idee, “Rache an der Gesellschaft” zu nennen, ist sowieso eine unsäglich kollektivistische Vorstellung. Auch ist selbstverständlich erstmal jeder selbst für sein Schicksal verantwortlich, und dafür, aus der eigenen Situation das beste zu machen. Das ist B. nun ganz eindeutig nicht gelungen.

Trotzdem ist die Frage, wer nun alles Schuld ist, aus meiner Sicht nicht so eindeutig zu beantworten. Zum einen ist es offensichtlich, dass die Schule ihrer Verantwortung gegenüber den Schülern, für die Sicherheit der ihr anvertrauten Schüler zu sorgen, in keinster Weise nachgekommen ist. Ich postuliere beileibe nicht, dass jeder für jeden verantwortlich ist, aber wer sich Kinder und Jugendliche seiner Obhut anvertrauen lässt, hat in diesem Moment die Verantwortung übernommen und muss dann auch entsprechende Massnahmen ergreifen, um einen angemessenen Schutz zu gewährleisten. Wer sich dazu nicht in der Lage sieht, darf eben keine Schule aufmachen (ich mache da keinen Unterschied zwischen Staat und Privatschule, wozu auch? Im Gegenteil, wenn man die Schüler in die Schule *zwingt*, gilt diese Forderung erst recht!).

Zum anderen finde ich es bemerkenswert, dass B. sich mit sehr deutlichen Worten (“ja, ich rede hier von Amoklauf“) an ein “Beratungsnetz” im Web wandte – ohne dass die Anfrage von der Administration oder irgendeiner der beteiligten, zumindest zum Teil staatsfinanzierten Hilfsorganisationen ernsthaft bearbeitet worden wäre (Bericht in der Welt). Auch hier wurde wieder aus freien Stücken Verantwortung übernommen, zum Teil liess man sich sogar dafür bezahlen (über staatliche Förderung), aber dann wurde nicht entsprechend gehandelt (das Löschen der Beiträge von der Webseite dagegen ging dann übrigens wesentlich schneller, warum, darüber kann sich wohl jeder selbst seine Gedanken machen. Falls der Eintrag aus dem Google Cache demnächst auch verschwindet, haben wir hier noch einen Screenshot zur Sicherheit).

Wären diese Beteiligten ihren aus freien Stücken(!) übernommenen Verantwortlichkeiten ordnungsgemäss nachgekommen, hätte dem Täter vielleicht rechtzeitig geholfen werden können, und es hätte keinen Amoklauf gegeben. Immerhin war er ja bereit, sich helfen zu lassen, wie die (unbeantwortete) Anfrage beweist. Insofern trifft sie -unabhängig von der individuellen Schuld des Täters- eine gehörige Portion Mitschuld; aus meiner Sicht sollten sich die Politiker, die jetzt wieder mal irgendwelche Gesetzesverschärfungen und Freiheitseinschränkung fordern, lieber an die eigene Nase fassen und zumindest in den Medien ganz kleine Brötchen backen, anstatt wieder mal hirnrissige Forderungen nach mehr und schärferen Gesetzen zu stellen.

ResistantX oder Wie Amokläufer gemacht werden

Kein schönes Thema, aber dennoch erwähnenswert: Eine Kopie der originalen Homepage des Bastian B. aka ResistantX, der -falls es irgendjemand noch nicht mitbekommen haben sollte- vorgestern in einer Schule in Emsdetten mehrere Personen zum Teil schwer verletzt hat, bevor er sich selbst erschoss, gibt es hier, Kopien seines ursprünglich im Internet veröffentlichten Abschiedsbriefes auch hier und hier.

Wer sich selbst eine Meinung über den Vorfall und seine möglichen Ursachen bilden will, hat somit die Möglichkeit, dies anhand von Quellen aus erster Hand zu tun – mit Sicherheit eine bessere Idee, als das verlogene Geschwätz ekelhafter Polit-Kröten anzuschauen, die lediglich eine aufmerksamkeitsökonomisch günstige Gelegenheit ausnutzen, um abstruse Gesetzesverschärfungs- und Verbotsforderungen aus der Schublade zu holen. Träfe man eine dieser Kreaturen zufälligerweise in realiter, sollte man sie endlich über elementare Logik und die klassischen Fehler beim Umkehrschluss aufklären. Oder ihr einfach kräftig eins in die Fresse hauen. ’nuff said.

Interessanter ist da schon die Frage, warum offenbar (von wem auch immer) hinter den Kulissen ganz erhebliche Anstrengungen unternommen werden, möglichst alle Hinweise auf ResistantX aus dem Internet verschwinden zu lassen. Denn neben einer ominösen Passwortabfrage (“Polizei NRW”) auf der ursprünglichen Homepage sind nahezu alle seine Forenbeiträge aus mehreren(!) Foren unauffindbar, ebenfalls die Videos, die gleichwohl im Fernsehen ausschnittsweise zu sehen waren (Mirror bei YouTube). Soll dadurch gar verhindert werden, dass sich allzu viele Leute mit den wahren Hintergründen beschäftigen?

Schon das Querlesen einiger Zeilen des vorliegenden Materials weckt jedenfalls arge Zweifel an der dümmlichen “Killerspiele”-Argumentation. So schreibt B. beispielsweise am 26. Mai 2005 in sein Livejournal-Tagebuch mit dem bezeichenden Titel “wrathofrx“:

Damals war es schlimmer, das 5-8 Schuljahr war das extremste, jetzt hat es sich gelegt, es ist nict mehr so schlimm. Doch die Wunden sind geblieben, nicht nur Körperliche, nein, meist seeliche Wunden[...]
Das einzigste Mal das etwas wirklich nach aussen drang, war als man mir einen glühenden Fahrradschlüssel auf die Hand presste…da hat der Schulleiter Anzeige erstattet. Das wars dann aber auch. Von den anderen Dingen wollte niemand was sehehn, oder sie hat niemand gesehen.

Sollte dieser Eintrag (und die anderen) tatsächlich einen realen Hintergrund haben, wirft das zumindest kein gutes Licht auf die Emsdettener Geschwister-Scholl-Schule, auch wenn später mit einem “Antibullying-Programm” zumindest zaghafte Schritte in die richtige Richtung unternommen worden sind. Und laut darüber nachzudenken, ob der Staat überhaupt die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen in der Anstalt gewährleisten will oder kann, in die er sie -notfalls mit Gewalt- hineinzwingt, dürfte aus Sicht eines Polit-Gangsters wohl kaum opportun sein. Dann doch lieber lauthals zweckfreie Verbote fordern und gleichzeitig klammheimlich Unterlagen verschwinden lassen, damit kennt man sich aus, das hat man schliesslich schon immer so gemacht.

So lange, bis es das nächste Mal knallt.

Babe des Tages

Tja, Sonnenbank müsste man sein – oder zumindest Betreiber eines gut verkabelten Sonnenstudios. Falls sich jemand über die auffällig vielen Kameras wundert: Die sind nur zur Bekämpfung der “Terrorismusgefahr” gedacht, aber über genaue Details der Sicherheitsmassnahmen dürfen wir leider keine Auskunft geben.

Das Gerücht, das Sicherheitssystem bestände aus hunderten Freiwilligen, die -gegen einen kleinen Obulus- rund um die Uhr die ins Internet gestreamten Aufnahmen auf Terroraktivitäten überwachen, entbehrt jedenfalls jeder Grundlage, und überhaupt: Wer sich so sehr für die Abwehrmassnahmen interessiert, ist vermutlich selber ein Terrorist. Also Klappe halten und ausziehen, oder soll ich Sie gleich auf die Watchlist setzen?