drchaos.reiseblog: Tag 2
Wie ich bereits gestern erwähnte, ist es mitnichten ein einfaches Unterfangen, einen für alle Aspekte der Urlaubsfreuden geeigneten Platz zu finden. Hat man Pech, gerät man an ein muffiges Loch, dessen Leitung unappetitliche Löcher im Boden, die man selbst mit Gummistiefeln nicht betreten mag, als höchste Errungenschaft der Sanitärforschung ansieht, und steht in einer Landschaft, die sich von der lokalen Müllkippe vor allem durch höhere Standgebühren, intensiveren Geruch und mehr herumfliegenden Müll unterscheidet. Mit etwas Glück erwarten den Camper dagegen hübsche, knapp bekleidete Babes aller Altersklassen, sowie die (zumindest solange bis die Mauer endlich fertig ist) unvermeidlichen Holländer, die man auf der Hinfahrt alle überholt hatte.
Der ideale Campingplatz hat einen eigenen Strand, an dem sich bequem die schillernden Farben der verschiedenen Giftquallen beobachten lassen, und die lustigen Zuckungen der unerfahrenen Touristen, die versehentlich daraufgetreten sind (Videokamera nicht vergessen!). Besonders praktisch sind Strände mit Dünen, aus deren Schutz man mit einem Fernglas Mädchen beim Umziehen beobachten kann.
Oder man besticht einen lokal ansässigen Jugendlichen, sich eine dreieckige Flosse auf den Rücken zu schnallen und ein paar Meter vor dem Strand tauchen zu gehen – die dadurch entstehende Massenflucht aus dem Wasser lässt sich prima ausnutzen, um besonders hübschen Exemplaren der urlaubenden Weiblichkeit kraftvoll in den Schritt zu grabschen, denn das fällt im Gedränge nicht so auf und die Damen haben ja dann auch meist andere Dinge im Sinn.
Wer einen Holzbohrer im Gepäck hat, vermag die Urlaubszeit auch sehr reizvoll in einer Umkleidekabine zu verbringen, sollte dabei allerdings die Bräunungscreme nicht vergessen, da ansonsten dämliche Fragen daheimgebliebener Bekannter drohen.
Die langweilt man übrigens am besten mit vorgefertigten Urlaubsfotos von Flickr, falls unter den Selbstgeschossenen mal wieder nicht genügend familientaugliches Material sein sollte, sondern nur Schnappschüsse der alten Nummer, bei der man ein Wiener Würstchen aus der Hose hängen lässt und lichtbadenden Frauen mit der anderen Hand einen Kleckser Sonnenmilch auf den Hintern spritzt (“Entschuldigung, das ist mir einfach so rausgerutscht”).



