August 2006

Freunde und Helfer im Einsatz

Der stets souveräne und beherrschte Umgang mit zersetzenden Elementen verdient ohne Zweifel Respekt!

(via killmorepeople)

drchaos.reiseblog: Tag 4

Wenn man schon mal in der Gegend ist, bietet sich ein kleiner Absacker in Richtung Venedig an. Der erste Eindruck: Es gibt recht viele öffentliche Toiletten (kein Wunder, dass die so viele Abwasserkanäle brauchen), die 1 Euro pro Sitzung kosten, man kann sich aber auch für ca. 25 Euro ein sog. Venetia Ticket kaufen, mit dem man 72 Stunden lang kostenlos scheissen kann. Wer an einer der zahlreichen Snackbars ein Sandwich kauft und verzehrt, weiss anschliessend, wieso das ein recht faires Angebot ist, zumal man zusammen mit der Darmentleerungs-Flatrate auch noch das Recht zur Benutzung der Linienboote erwirbt, die einen mehr oder weniger bequem zu jedem Ort in der City bringen – sofern er am Canale Grande liegt. Praktischerweise tun das die meisten Touristenattraktionen auch mehr oder weniger, so dass man sich trotz erzwungenem Verzicht auf das eigene Auto nicht allzusehr die Hacken wundlaufen muss. Wem selbst das noch zu viel ist, der hat die Möglichkeit, ein Taxiboot zu nehmen oder sich von einem Gondoliere durch die Gegend stechen zu lassen, der dabei allerdings unter Umständen reichlich schwul klingende Gesänge von sich gibt. Wenn man selber schwul ist oder in weiblicher Begleitung reist, kann das trotzdem eine sinnvolle Sache sein, denn Frauen empfinden dies -so sagt man- als sehr romantisch, und man kriegt sie dann leichter ins Bett. Noch besser geht das allerdings mit einem eigenen Boot, nur ist meine Yacht leider etwas zu breit für die schmalen Kanälchen, weswegen ich auch nicht herausfinden konnte, ob es in Venedig so etwas wie einen Strassenstrich auf dem Wasser gibt.

Was gibt es sonst noch über Venedig zu berichten? Die relevanten touristischen Sehenswürdigkeiten sind hinreichend gut an anderer Stelle beschrieben, aber im Gegensatz zu vielen anderen Orten sind es nicht nur diese, sondern auch die “einfachen” Häuser, die einem auf Schritt und Tritt vermitteln, welch unglaublicher Reichtum in dieser Stadt in vergangenen Zeiten angehäuft worden sein muss (und vermutlich auch noch heute existiert, Preise von 400.000 Euro für eine Wohnung mit ca. 50 qm sprechen für sich). Da sieht man mal, wozu freier Handel führen kann, und das, obwohl sich die damaligen Herrscher auch nicht gerade wenig am Vermögen ihrer Untertanen vergangen haben dürften (wie man an den bereits erwähnten Sehenswürdigkeiten sehen kann). In der heutigen Zeit mögen sich zwar die sozialen Verhältnisse soweit “verbessert” haben, dass eine fette Schlampe ohne Ausbildung und Arbeit selbst für das siebte Kind noch Jahr für Jahr viele tausend Euro an staatlicher Unterstützung kassieren kann; trotz oder vielleicht gerade wegen diesem “Fortschritt” sind aber die meisten privaten Eigentümer scheinbar nicht mehr in der Lage, wenigstens die Fassaden ihrer Häuser einigermassen zu erhalten (für die Objekte in Staatsbesitz ist natürlich immer genügend Geld vorhanden). Aber gut, spätestens nach der Revolution werden wohl auch die venetianischen Häuser endlich mal wieder ordentlich verputzt, oder es stellt sich heraus, dass das vielleicht doch eher an der italienischen Mentalität liegt, die solchen Dingen (um es vorsichtig zu formulieren) etwas weniger Bedeutung beimisst, als man es nördlich der Alpen gewöhnt ist.

drchaos.reiseblog: Tag 3

In dem weitverbreiteten Handbuch “Der eigene Campingplatz – sichere Wege zum Erfolg” findet sich folgender Ratschlag (von mir ins Deutsche übersetzt):

Deutsche Urlauber lieben strenge und willkürliche Regeln, denn sie vermitteln ihnen Halt und Geborgenheit in einem fremden Land. Damit sich Ihre Gäste ganz wie daheim fühlen, erarbeiten Sie ein rigides Reglement (“Platzordnung”) und hängen es gut sichtbar aus.[...]Ermuntern Sie die Urlauber, Verstösse gegen die Platzordnung unverzüglich der Direktion zu melden – Beobachtung und Kontrolle der Nachbarschaft ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Campingfreude.

Das klingt überzeugend und lebensnah, und der Autor des besagten Buches, übrigens ein gewisser Gianfranco Cazzopiccolo, vermochte mit diesen Zeilen denn auch tatsächlich ein wahres Feuerwerk der Kreativität unter seinen campingplatzführenden Landsleuten zu entfachen. Und so finden wir in den Platzordnungen wahre Perlen der Regelungswut, die selbst hartgesottene EU-Bürokraten vor Neid erblassen lassen. Nicht erlaubt sind etwa Umweltschutzverstösse der eher unwahrscheinlichen Art (“Es ist verboten, auf dem Zeltplatz Ölwechsel durchzuführen oder Säuren, Laugen oder andere Flüssigkeiten (ausser Regenwasser) versickern zu lassen”) – schade, da muss ich mein Pferdeurin-Rasenbatikset (“Zaubern sie Muster in 256 verschiedenen Gelb- und Brauntönen”) wohl unbenutzt wieder mit heimnehmen. Wo bleibt da die Kunstfreiheit? Auch verboten: artfremder Gebrauch von Freizeiteinrichtungen (“Es ist verboten, vor den Sonnenschirmen stehenzubleiben” – die sind schliesslich zum Drunterliegen gedacht). Der Klassiker schlechthin ist aber ohne Zweifel die Mittagsruhe, die durch keinerlei Geräusch gestört werden darf:

Von 13:30 bis 15:30 und von 23 bis 7 Uhr ist jeder Laerm zu vermeiden, welcher die Campingsgaeste irgendwie stoeren koennte und ebenso das Aufstellen und das Abbrechen der Zelte. Zu diesen Zeiten ist es somit auch verboten, Rundfunkempfaenger u. dlg. einzuschalten, geraeuschvolle Gruppen zu bilden oder Versammlungen abzuhalten, den Spielplatz, die Fahrraeder, die Rollschuhen und Ähnliches. Die Schranken werden geschlossen und es ist daher strengstens verboten, mit Kraftfahrzeugen zu verkehren oder mit solchen das Gelaende zu verlassen.

Nun gut, das Verkehren mit Kraftfahrzeugen ist eh nicht so ganz mein Ding, allerdings hält sich wohl kaum jemand daran, wenn man sieht, wie viele Kleinwagen hier so unterwegs sind. Früher war die Vorschrift übrigens kürzer, und lautete “Die Gäste haben sich während der Mittagspause in den Keller zu begeben und bei gelöschtem Licht zu schweigen”, was aber geändert wurde, nachdem sich die meisten Camper, deren Mobil oder Anhänger nicht über einen Keller verfügt, gar nicht mehr auf den Platz getraut haben.

drchaos.reiseblog: Tag 2

Wie ich bereits gestern erwähnte, ist es mitnichten ein einfaches Unterfangen, einen für alle Aspekte der Urlaubsfreuden geeigneten Platz zu finden. Hat man Pech, gerät man an ein muffiges Loch, dessen Leitung unappetitliche Löcher im Boden, die man selbst mit Gummistiefeln nicht betreten mag, als höchste Errungenschaft der Sanitärforschung ansieht, und steht in einer Landschaft, die sich von der lokalen Müllkippe vor allem durch höhere Standgebühren, intensiveren Geruch und mehr herumfliegenden Müll unterscheidet. Mit etwas Glück erwarten den Camper dagegen hübsche, knapp bekleidete Babes aller Altersklassen, sowie die (zumindest solange bis die Mauer endlich fertig ist) unvermeidlichen Holländer, die man auf der Hinfahrt alle überholt hatte.

Der ideale Campingplatz hat einen eigenen Strand, an dem sich bequem die schillernden Farben der verschiedenen Giftquallen beobachten lassen, und die lustigen Zuckungen der unerfahrenen Touristen, die versehentlich daraufgetreten sind (Videokamera nicht vergessen!). Besonders praktisch sind Strände mit Dünen, aus deren Schutz man mit einem Fernglas Mädchen beim Umziehen beobachten kann. Oder man besticht einen lokal ansässigen Jugendlichen, sich eine dreieckige Flosse auf den Rücken zu schnallen und ein paar Meter vor dem Strand tauchen zu gehen – die dadurch entstehende Massenflucht aus dem Wasser lässt sich prima ausnutzen, um besonders hübschen Exemplaren der urlaubenden Weiblichkeit kraftvoll in den Schritt zu grabschen, denn das fällt im Gedränge nicht so auf und die Damen haben ja dann auch meist andere Dinge im Sinn.
Wer einen Holzbohrer im Gepäck hat, vermag die Urlaubszeit auch sehr reizvoll in einer Umkleidekabine zu verbringen, sollte dabei allerdings die Bräunungscreme nicht vergessen, da ansonsten dämliche Fragen daheimgebliebener Bekannter drohen. Die langweilt man übrigens am besten mit vorgefertigten Urlaubsfotos von Flickr, falls unter den Selbstgeschossenen mal wieder nicht genügend familientaugliches Material sein sollte, sondern nur Schnappschüsse der alten Nummer, bei der man ein Wiener Würstchen aus der Hose hängen lässt und lichtbadenden Frauen mit der anderen Hand einen Kleckser Sonnenmilch auf den Hintern spritzt (“Entschuldigung, das ist mir einfach so rausgerutscht”).

drchaos.reiseblog: Tag 1

Dunkle Mächte haben ein WLAN an der exakt richtigen Stelle vom Himmel fallen lassen. Ihnen zum Danke erscheinen an dieser Stelle daher gelegentliche Reisenotizen, dem geneigten Leser zwecks Information und Zeitvertreib gewidmet.

-drchaos

Ja, ich gebe es zu: Ich campe. Das ist altmodisch, spiessig und einfach unglaublich praktisch und bequem. Denn wo liesse sich die bei längerer Abwesenheit unabdingbare Ausrüstung (z.B. 5 externe 300-GB-Platten mit pr0n und aktuellen Kinofilmen) besser unterbringen als in einem Campingwagen oder Reisemobil? Selbstverständlich mit an Bord: Geräumige und sichere Drogenverstecke, sowie genügend Platz für Schmuggelzigaretten, wenn es irgendwann wieder heimwärts geht. Und das beste: Ein eigenes, stets jungfräulich sauberes Scheisshaus, das einem nie von der Seite weicht und genau dann und dort zur Verfügung steht, wenn man es am dringendsten braucht.

Was haben wir früher die Rosetten zusammengekniffen, wenn die Schlange vor der Zollkontrolle mal wieder etwas länger war, immer darauf bedacht, den kostbaren Shit nicht vorzeitig in die Unterhose zu entladen; wie panisch hetzten wir durch Städte, ständig auf der Suche nach einem Abort, der zwischen tausenden Tupfern in den verschiedensten Gelb- und Brauntönen und Millionen pathogener Keime noch ein wenig Raum für die eigene Notdurft bot. Vorbei die Zeiten, in denen man voll Wehmut entscheiden musste, ob man für die nächsten zwei, drei Wochen leichter auf Tracy oder auf Asia verzichten könnte; man glaubt gar nicht, wie wenige Ausgaben von Happy Weekend sich in den läppischen 20 kg unterbringen lassen, die die Fluggesellschaften willkürlicherweise als Gewichtsgrenze festgelegt haben. Airline-Manager sind wohl alle der Ansicht, wer eine dritte Unterhose mitnimmt, macht einen Umzug und keine Reise, und sollte besser eine Spedition beauftragen.

Wie auch immer, Camping befreit gänzlich von derartigen Problemen. Was stört es da, wenn man schon 10 Minuten nach der Abfahrt im ersten Stau steht, weil irgendein misantrophisch veranlagter Beamter mal wieder alle nur erdenklichen Strassenreparaturen in die Hauptreisezeit gelegt hat, damit sich weder Bauarbeiter noch Urlauber an den Ferien erfreuen können? Schliesslich hat man alles dabei, und so kann der Urlaub auch gleich auf der A6 anfangen. Irgendwann ist auch der letzte Stau zuende, und nach einigen kurzen Griffen zur Geldbörse zwecks Befriedigung der Gier alpenländischer Strassenparasiten (wieso verkauft eigentlich niemand gefälschte Mautplaketten auf Ebay?) kommt man irgendwann auf einem Campingplatz an, bei dessen Auswahl allerdings eine erhebliche Sorgfalt an den Tag gelegt werden sollte. Aber dazu morgen mehr…

Babe des Tages

Mit diesem Babe verabschiedet sich drchaos.blog in den wohlverdienten Urlaub.

Mit seltenen bis völlig ausbleibenden Updates in den nächsten drei Wochen muss daher gerechnet werden – GPRS und Fusker sind halt einfach Dinge, die nicht so gut zusammenpassen.

Meinungs-Frei

Ich schrieb jüngst:

Meinungsfreiheit ist unteilbar. Punkt.

Was ich mit diesem Satz implizit ausdrücken wollte (und jetzt noch mal explizit hinschreibe, da es scheinbar doch erklärungsbedürftig ist), ist folgendes: Die Meinungsfreiheit entzieht sich -wie jedes andere echte Grundrecht- jedweder Abwägung oder Einschränkung; sie findet eben nicht ihre Schranken in irgendeinem Grundgesetz oder irgendwelchen anderen Anordnungen vorgeblich dazu befugter Stellen, sondern sie existiert entweder absolut und unbeschränkt, oder gar nicht.

Über die Zulässigkeit einer konkreten Meinung zu spekulieren, ist schon von daher sinnfrei, als die Ansicht, eine Meinung dürfe nicht zugelassen werden, ja auch nichts weiter als eben eine Meinung ist, die nicht per se höherwertiger ist als die erstere, und da der Inhaber der ersteren Meinung (wenn er schlau ist) jede angeblich objektive Begründung für die Höherwertigkeit der letzteren (die Unterdrückung der ersteren fordernden) Meinung als ebenfalls rein subjektive Sicht der Dinge zurückweisen wird, kann das Problem auf argumentativem Wege nicht gelöst werden.

Dem Meinungsunterdrücker bleiben nur zwei Optionen: Entweder er beruft sich auf ein höheres Wesen (z.B. einen Gott oder den Wählerwillen), und wendet dann Gewalt an, oder er wendet einfach so Gewalt an. Welcher der beiden Wege gewählt wird, ist der wesentliche Unterschied zwischen dem Staat und z.B. einer Gruppe angetrunkener Skinheads; am Ergebnis ändert das allerdings nichts. Und auch nicht an der Legitimität, die insbesondere nicht durch Mehrheitsbeschluss herbeigezaubert werden kann, denn Mehrheiten taugen nicht zur Definition von Recht und Unrecht (wer das anders sieht, möge bitte begründen, warum das Handeln der NSDAP Unrecht war, obwohl diese Partei die Mehrheit der Wählerstimmen hatte, oder sich in das Lager für widerspruchsfrei argumentierende, unbelehrbare Faschisten begeben und dort für immer schweigen, da die Mehrheit das mit der NSDAP ja zum Glück heutzutage anders sieht).

btw, irgendein Artikel 1 irgendeines “Grundgesetzes” ändert daran natürlich auch nichts. “Menschenwürde” ist schon deshalb kein sinnvolles Konzept, weil niemand für einen anderen bestimmen kann, was er als ihm würdig zu empfinden hat und was nicht (und warum man ihn nicht selbst fragen kann, wenn es um Grundrechte anderer geht, überlasse ich all denjenigen als Denkaufgabe, die es bis hierhin ausgehalten haben).

Babe des Tages

Bevor jetzt irgendein oberschlauer Möchtegernzensor mein Blog einer “medienrechtlichen Prüfung” unterzieht, poste ich mal lieber fix noch ein Babe.

Sublime Botschaft an die Medienprüfer: Die blonde und blauäugige Schönheit heisst Eva, genau wie die Gemahlin des Führers, und das Shooting wurde in einem U-Boot unter dem Südpol durchgeführt, das direkt neben dem ankert, aus dem ich gerade poste. Deswegen auch der weisse Hintergrund, eigentlich würde man da die Kontrollpulte, mit denen die Atomraketen gesteuert werden, sowie einige Kisten mit Prägestempeln sehen. Leider muss ich jetzt weg, weil gleich “Triumph des Willens” im Bordkino kommt…

Spontaner Volkszorn

wird befohlen:

Am 31. Juli 2006 habe ich in „Die Akte PI: Von Menschenwürde, Persönlichkeitsrecht & Intimsphäre – Ein Blog sieht sich über dem Grundgesetz“ einen Artikel des Weblogs Politicallyincorrect unter die Lupe genommen und versucht diesen unter medienrechtlichen Gesichtspunkten zu bewerten.

“Medienrechtliche Gesichtspunkte”, so, so. Ich übersetze das mal in “ich habe dieses Blog gelesen, und was da stand, hat mir nicht gefallen. Ob man wohl über den Staatsanwalt was machen könnte?”. Scheinbar nicht, denn das inkriminierte Weblog existiert einfach weiter, und steht trotz augenkrebserregender Kästchentapete im Schwanzvergleich sogar ziemlich weit oben, im Gegensatz zu dem als Spin Doctor der Empörungskampagne auftretenden Bluejax.

Selbstverständlich will ich damit keinesfalls nahelegen, dass dessen Aufruf in irgendeiner Weise mit dem Wunsch nach Linkpopularität und höheren Besucherzahlen in Zusammenhang stehen könnte, nein, ein Bluejax hat schliesslich gewichtige Gründe, gegen die Ausübung der Meinungsfreiheit durch das Weblog Politically Incorrect vorzugehen:

Protest gegen Rechts!

Na wenn das so ist, dann ist es ohne Zweifel heiligste Bürgerpflicht eines jeden aufrechten GutmenschenBloggers, unverzüglich und ohne weitere Faktenprüfung auf den Betroffenheitszug aufzuspringen; ansonsten gerät man am Ende noch selber in Verdacht, mit den schlimmen Finger zu sympathisieren, die Hakenkreuze in Euromünzen stanzen, oder andere böse Dinge tun, wie z.B. PI:

Viele Menschen zeigen sich davon erschrocken, wie ein Weblog seine Leser dazu aufruft, Muslime in Deutschland zu fotografieren, um die Bilder danach im Internet zu veröffentlichen.

Das ist tatsächlich ein eher zweifelhaftes Vorhaben, zumal PI diesbezüglich bislang nur irgendwelche unförmigen Tschadortussis zeigte, die den Freund ästhetisch ansprechender weiblicher Körper doch sehr an die sprichwörtliche Katze im Sack erinnern. Ich hätte ja stattdessen mal mit Aylar Lie oder Sahara Knite alias Saeeda Vorajee angefangen. Und das ist nicht das einzige, was die politisch inkorrekten Mädels und Jungs falsch machen, denn jedes Kind weiss, dass ein ordentlicher “Rechter” antisemitisch und amerikafeindlich zu sein hat. PI dagegen ist nach eigener Darstellung ein israelfreundliches Pro-US-Blog; vermutlich also nicht gerade das, was ein Udo Voigt am liebsten zum Frühstück lesen würde.

Offenbar findet auch Bluejax, dass so viel Verwirrung nicht sein darf und höchstens zu gefährlich differenziertem Denken führen kann:

Eine solche andauernde und offensichtliche Verletzung der deutschen Grundrechte und Missachtung der deutschen Verfassung, wie sie von dem kritisierten Weblog regelmäßig unternommen wird, dürfen wir nicht so ohne weiteres still hinnehmen!

Stattdessen fordert er zu einem friedlichem Protest auf, den man am besten durch einen Link auf seinen Artikel ausdrücken kann, ihr wisst schon, Linkpopularität und so und auch Antifaschisten leben ja nicht vom Brot allein.

Dem ist argumentativ kaum noch etwas zu entgegnen, deswegen hier mein friedlicher Protest gegen alle, die glauben, dass Meinungsfreiheit nur für die guten und schönen Meinungen gilt, und es eine verdammt geniale Idee wäre, Hand in Hand mit dem Staat gegen alle anderen vorzugehen; gegen alle, die sagen “Meinungs- und Pressefreiheit ja.” und den nächsten Satz mit einem “Aber” anfangen:

Fickt euch ins Knie. Ihr seid die wahren Totengräber der Freiheit, nicht etwa die angeblichen oder echten Nazis, weil ihr nicht begreift, dass auch eine zweifelhafte Meinungsäusserung einem denkenden Menschen helfen kann, sich eine individuelle Ansicht zu bilden, wogegen niemand mehr eine echte eigene Meinung haben wird, wenn nur noch von der Obrigkeit für gut befundene aufgeschrieben werden dürfen.

Ich mag als anarchistischer Individualist und Atheist nur wenig Berührungspunkte mit einem christlich-konservativ orientierten Blog wie PI haben, aber ich will es lesen können und dürfen, wenn mir danach ist, denn das habe ganz alleine ich zu entscheiden und nicht irgendein Komittee aus Protestheinis.

Meinungsfreiheit ist weder teil- noch relativierbar. Punkt.