April 2006
Abt.: Lebenshilfe
BeVo (dessen Blog nicht mehr zu existieren scheint?) meint im FreiheitsForum:
Einfach nur abwarten und vor sich her sinnen:
irgendwann ist Landunter angesagt.
Wer meint noch was retten zu können, der möge wie ein Bekloppter weiterarbeiten und brav Steuern zahlen. Herzliches Beileid!
Ich halte das für eine problematische Strategie, bei der man nur verlieren kann: Kommt der Untergang nicht, steht man ziemlich dumm da, und kommt er doch, ist er mit ein paar Kilo Gold im Tresor deutlich besser zu überstehen als wenn man gar nichts hat.
Man sollte eine langfristige und eine kurzfristige Strategie haben. Die kurzfristige Strategie sollte darin bestehen, jedes Potential zu mehr Freiheit so schnell wie möglich zu realisieren, indem man sich so gut es geht vom Staat unabhängig macht. Selbständige Arbeit ist besser als angestellte, weil man keine Sozialabgaben zahlt und mehr netto bleibt. Schwarzarbeit ist noch besser, währenddessen Hartz IV zu kassieren ist ethisch ok, solange man sich nur das vorher gezahlte Geld zurückholt. Raubüberfälle sind nicht ok, aber wenn man sich ein paar Pflanzen in den Keller stellt, kann man davon auch ganz gut leben, und man riskiert noch nicht mal Knast, wenn es einigermassen im Rahmen bleibt. Es gibt wirklich 1001 Schritte, die man mehr oder weniger sofort realisieren kann, und jeder einzelne macht das Leben ein wenig angenehmer, auch wenn es nicht die “grosse Lösung” ist. Man muss sie nur gehen. Und der richtige Zeitpunkt dafür ist jetzt gleich, nicht morgen früh und erst recht nicht erst dann, wenn xyz passiert.
Die langfristige Strategie besteht darin, sich zu überlegen, wo man in 10, 20 Jahren sein will, jeden einzelnen Aspekt davon aufzuschreiben, zu gewichten und dann zu gucken, wie man da hinkommt. Das mag leichter gesagt als getan sein, ist aber die Mühe wert, denn ohne einen Plan kommt man genau nirgendwo an.
Den Staat dafür verantwortlich zu machen, dass die eigenen Pläne (vermeintlich) unrealisierbar sind, oder mit dieser Begründung erst gar keine zu machen, ist übrigens genauso dämlich, wie sich darauf zu verlassen, dass der Staat schon alles richten wird. Es ist ja nicht so, dass ich den Staat, diesen gierigen Moloch, der mir jedes Jahr Unsummen meines Einkommens raubt, nicht genauso hassen würde wie jeder vernünftige Mensch, aber die Macht, mir mein Leben zu versauen, hat er nur, wenn ich ihm das gestatte. Das ist ein wenig so wie mit dem schlechten Wetter: Sicherlich ist Sonnenschein am schönsten, aber wenn ich den Regen schon nicht austrocknen kann, baue ich mir wenigstens ein Dach. Davon werde ich zwar nicht braun, aber bleibe immerhin trocken.
Babe des Tages
Masha von Masha’s World wünscht allen Lesern von drchaos.blog einen guten Start in’s lange Wochenende!
drchaos.interaktiv – Folge 1
So, das gibt jetzt eine neue Rubrik: Leser (damit ist implizit auch die Leserin gemeint :-)) können Fragen stellen, die sie schon seit langem bewegen, auf die andere Quellen aber keine befriedigenden Antworten liefern. Die bringe dann ich.
Mitmachen kann man per Mail oder über die Kommentarfunktion. Falls nicht genügend Fragen eintrudeln, denke ich mir einfach ein paar aus (das dürfte Anreiz genug sein, es nicht so weit kommen zu lassen).
Frage: Warum müssen Mönche freitags Fisch essen?
Antwort: Ich war ja selber lange Jahre in mönchische Praktiken involviert, bis mich Hämmorhoiden zwangen, damit wieder aufzuhören. Aus dieser Zeit kenne ich aber die realen Hintergründe hinter dem Fischkonsumgebot, die die Kirche allerdings nicht so gerne an die grosse Glocke hängt. Das hat seinen Ursprung nämlich in der Tatsache, dass es in den frühen Klostern ausschliesslich Männer gab (Frauenkloster entstanden erst später), die sich folglich mehr oder weniger freiwillig nur mit ihresgleichen vergnügten. Da diese beliebte Praxis der Kirche aber bis heute offiziell als Sünde gilt, beschlossen die Kirchenoberen, dass es, um das Seelenheil der Ordensbrüder nicht zu gefährden, wenigstens einmal in der Woche nach Frauen riechen solle…
Babe des Tages
Und ich sach noch zu mir selbst, da musste jetzt aber aufpassen, dass die Finger nicht mit aufs Bild kommen. Hat natürlich nicht geholfen, eventuell sollte ich doch mal das mit den Fischölkapseln probieren…
Iiiiiih
Wer druckt denn so was ab? Wohl nur Briten können auf die Idee kommen, dass ihre Leserschaft der nackten Hintern der deutschen Kanzlerin interessiert. Zum Glück sind deutsche Boulevardmagazine nicht so eingestellt, sonst würde uns am Ende gar noch Condoleezza Rice im Catsuit von den Litfasssäulen angrinsen.
Babe des Tages
Kein Wunder, dass es mit den Bauarbeiten nicht so richtig vorangeht, wenn nur solche Gehilfinnen wie Alyssa zur Verfügung stehen…
Das Pack wird immer frecher
Was macht man, wenn die Gier immer noch nicht befriedigt ist, obwohl man dem Durchschnitts-Arbeitnehmer schon ca. 85% seines Einkommens plündert? Ganz einfach: Man sucht sich neue Opfer, am besten welche, die sich nicht so gut wehren können. Alte Leute, die vielleicht schon etwas senil sind, wären sicher ideal für diesen Zweck.
So oder ähnlich müssen sich das wohl auch die Lokalparasitenpolitiker in Kummerfeld bei Hamburg gedacht haben. Ihre Masche: Wer ein Haus bewohnt, das die Stadt gerne hätte, wird einfach mal fix entmündigt, damit die von Amts wegen eingesetzten Betreuer ebendieses Grundstück günstig an die Stadt verkaufen können. Offiziell natürlich nur, um “aufgelaufene Steuerschulden zu tilgen”, und sicher gibt es auch einen ganz offiziellen Grund, wieso dies nicht mit einem der anderen Grundstücke, die sich im Besitz des Opfers befinden, möglich gewesen wäre. Anders kann es nicht gewesen sein, denn der zuständige Bürgermeister sagt, dass “alles nach Recht und Gesetz” gelaufen wäre. Und Bürgermeister lügen schliesslich nie. Dass man gleich noch hingegangen ist und jegliche kritisch Berichterstattung über den Fall gerichtlich verbieten lässt ist daher nur als völlig verständliche Vorsichtsmassnahme zu werten. Oder nicht?
Meine Meinung: Wenn Politiker und Verwaltungen inzwischen keine Skrupel mehr haben, hilflose alte Leute mit juristischen Winkelzügen aus ihren hart erarbeiteten Häuschen zu prügeln, nur um deren Grundstücke zu Geld machen zu können, wird es Zeit, dass die rechtschaffenen Menschen im Land auch keine Skrupel mehr an den Tag legen, was mögliche Mittel und Wege zu einer endgültigen Beseitigung der Schmarotzerplage betrifft.
Babe des Tages
Heiss und ölig, so was braucht man, um gut durch den norwegischen Winter zu kommen (die Serie zeigt die Skiläuferin Ingvild Engesland, die sich für ein Magazin mit dem bezeichnenden Namen Lek fotografieren liess).
Internetsteuer
Politiker sind bekanntermassen im Allgemeinen nicht gerade ein Sinnbild für allzu grossen Realitätsbezug, und manch böse Zungen behaupten, dass sie erst dann wieder zurück auf den Boden der Tatsachen kommen können, wenn sie zuvor ein paar Meter über selbigem gehangen sind.
Unabhängig davon gibt es aber auch niedrigschwelligere Methoden, um kleptomanisch motivierter Tatsachenverdrehung abzuhelfen, z.B. im Fall der für 2007 zusätzlich zur Mehrwertsteuererhöhung beschlossenen Internetabgabe, die als “Rundfunkgebühr” verschleiert werden soll, da es immer einfacher ist, eine bestehende Steuer auf neue Opfer auszudehnen, als eine neue einzuführen.
Denn Internetangebote sind eben gerade kein Rundfunk, weil im Gegensatz zu diesem keine mit einem reinen Empfänger nutzbare Ausstrahlung stattfindet, sondern es handelt sich (bei Unicast sowieso, aber auch bei Multicast) um individuelle Informationen, die auf gezielten Abruf hin versandt werden. Und genau dieser Umstand kann ausgenutzt werden, um den mit Zwangsgebühren gemästeten öffentlich-rechtlichen Anstaltsvetteln den Appetit auf Nachschlag zu verderben:
Wer für eine Dienstleistung bezahlt, hat nämlich selbstverständlich das Recht, diese auch in Anspruch zu nehmen. Und das Bezahlen einer “Rundfunkgebühr” berechtigt dazu, diesen “Rundfunk” rund um die Uhr zu empfangen. Sollte aber nur ein Bruchteil der Millionen deutscher Flatrate-DSL-Anschlussinhaber von diesem Recht intensiv Gebrauch machen, selbstverständlich in der höchsten angebotenen Qualität (und genau dafür bezahlt man ja) wären die Server der Fernsehanstalten schnell total überlastet, ohne die Möglichkeit, kurz- oder mittelfristig Abhilfe zu schaffen. Auf diese Weise dürfte den Intendanten spätestens beim Blick auf die Trafficrechnung der Appetit aufs zwangsfinanzierte Champagnerfrühstück vergehen, denn schon wenn 10.000 DSL-User 12 Stunden am Tag mit 1 MBit ziehen, kommen im Monat über 1500 Terabyte an Datenverkehr zustande. Bei 1€ pro GB wären das 18 Mio. € Kosten im Jahr, plus Hardware und Strom, denen aber nur 2 Mio. an Einnahmen gegenüberstehen (18€ pro Monat und Nutzer).
Natürlich kann man auch gegen die Gebührenpflicht klagen, ist dabei aber auf das Wohlwollen einer anderen Sparte derselben Räuberorganisation angewiesen, was genauso zum Scheitern verurteilt sein dürfte wie der Versuch, mit den Räubern vernünftig zu reden.



