März 2006
Der optimale Kopierschutz
Wie Golem berichtet, hat die Filmindustrie mittlerweile den optimalen Kopierschutz implementiert: Der besteht aus dem Veröffentlichen von Medien, für die es keinen Player zu kaufen gibt. Denn was man nicht abspielen kann, lässt sich wohl auch kaum kopieren.
Endeckt wurde das genial einfache Prinzip übrigens quasi als Abfallprodukt bei dem Versuch, einen Kopierschutz herkömmlicher Art zu entwickeln, dessen Anforderungen aber offenbar so streng geraten sind, dass sich die Hardware-Hersteller ausserstande sehen, rechtzeitig kompatible Geräte auf den Markt zu bringen.
Babe des Tages
Das bunte Zottelteil ist so grausam, das muss unbedingt weg. Kommt es zum Glück auch.
Mehr als typisch
Viele Leute sind ja bekanntlich der Ansicht, alle Staatsdiener wären dumm, faul und überheblich. Ich würde das allerdings so nicht unterschreiben, denn es gibt auf der Welt durchaus auch Amtspersonen, die diesem Klischee nicht entsprechen. Nämlich weil sie extrem dumm und unglaublich überheblich sind.
Jerry A. Taylor, seines Zeichens “City Manager” von Tuttle, Oklahoma, einem 5000-Einwohner-Kaff mitten im Nirgendwo, ist definitiv so einer. Das erkennt man nicht nur daran, dass er Comic Sans für seine Seite verwendet, sondern insbesondere auch an einem unnachahmlich intelligenten und zielführenden Kommunikationsstil:
Angefangen hatte alles damit, dass die vier Computer des Tuttle’schen Rathauses auf einmal nicht mehr die Homepage der Stadt, sondern diese Seite anzeigten.
Was tut man, wenn man so eine Seite an einer unerwarteten Stelle entdeckt? Ein auch nur halbwegs vernunftbegabter Mensch würde vermutlich die ausführliche und verständliche Erklärung auf der Seite lesen, verstehen und anschliessend den zuständigen Administrator freundlich bitten, doch mal nach dem Webserver oder Proxy zu gucken.
Nicht so Mr. Taylor, denn einem gestandenen “City Manager” ist derart reflektiertes Handeln wohl kaum zuzumuten. In einer derartigen Position ist die einzig korrekte Handlungsweise nämlich die, auf den ersten verfügbaren Link auf der Seite zu klicken, sich dann zu einem Kontaktformular weiterzuarbeiten, um dessen Inhaber der Sabotage zu bezichtigen:
Thu, 23 Mar 2006 00:52:58 +0000 (Wed, 18:52 CST)
Jerry A. Taylor submitted the following Information:
Email xxxxxxx
Company City of Tuttle
Location Oklahoma
CommentsWho gave you permission to invade my website and block me and anyone else from accessing it???
Please remove your software immediately before I report it to government officials!!
I am the City Manager of Tuttle, Oklahoma.
7 Minuten später erhält er vom Chef-Entwickler der CentOS-Distribution, denen gehört nämlich die Webseite, eine freundliche Antwort:
I feel sorry for your city.
[...]
Please contact someone who does IT for you and show them the page so that they can configure your apache webserver correctly.
Nun kann man mitten in der Nacht in Tuttle, Oklahoma aber keinen IT-Verantwortlichen an die Leitung bekommen, also bleibt dem gestressten Stadtdirektor kaum etwas anderes übrig, als an der bekannten Stelle energischer nach einer Problemlösung verlangen:
Get this web site off my home page!!!!!
It is blocking access to my website!!!!~!
Hilft aber auch nichts, denn von dort kommt wieder nur eine Erklärung, aber keine Lösung zurück:
[...]
We didn’t DO ANYTHING … that is what the default apache setup looks like if you are running our operating system (CentOS). So how your configuration file has been replaced by the default one … that is not something that we can do, it is something that might have been done by the administrator of the machine.
[...]
Was tun? Am besten gleich schweres Geschütz auffahren, damit der Hampel an der anderen Seite merkt, dass man mit einem City Manager so nicht umspringen kann:
I do not want this software!!!! This is the City of Tuttle, Oklahoma. Get rid of this software!!!!!
Second notice!
und nach einer vierminütigen Bedenkzeit noch mal nachhaken:
Unless this software is removed I will file a complaint with the FBI.
So geht das noch eine ganze Weile hin und her (wer den ganzen Dialog lesen will, kann das hier tun – es lohnt sich!), bis schlussendlich unser Mr. Taylor dank der liebevollen Betreuung durch den CentOS-Chefentwickler doch noch den richtigen Ansprechpartner findet und das Problem behoben wird.
Aber wer jetzt denkt, dass dann wohl eine angemessene Entschuldigung von Seiten der Stadtverwaltung gekommen wäre, kennt wohl den feinen Mr. Taylor schlecht. Bei dem sind nämlich immer die anderen schuld, selbst wenn inzwischen das halbe Internet über ihn lacht:
I am sorry that we had to go through the process and accusations to get the problem resolved. It could have been resolved a lot quicker if the initial correspondence with you provided the helpful information that was transmitted in the last messages. My initial contact with VIDIA disallowed any knowledge of creating the problem.
Ehrlich gesagt
Jetzt ist es amtlich: Politiker, insbesondere die -innen der SPD, die gerne Ministerpräsident wären, ist das Lügen so in Fleisch und Blut übergegangen, dass sie es auch gegenüber ihren Intimpartnern nicht mehr ablegen können. Steht jedenfalls heute in der Bild, ist also ohne Zweifel authentisch.
Ist das vielleicht der Grund, warum bei Frau Vogt in letzter Zeit nur noch der Hund geradlinig zupackt? Immerhin haben Canide in aller Regel kein gesteigertes Wertebewusstsein, was schauspielerische Qualität angeht.
Aber nein, so etwas wollen wir ihr selbstverständlich nicht unterstellen. Und die Sache mit dem Hund war sowieso gelogen.
Babe des Tages
Es dauert immer länger, bis man endlich mal ein Mädel ohne so ein grausames Arschgeweih gefunden hat. Das ist echt eine Seuche heutzutage.
Ich mein, ich bin ja gar nicht prinzipiell gegen Tatoos, weil z.B. so ein fettes Hakenkreuz auf dem Stiernacken eines ebenso kräftigen Skinheads kann ja durchaus eine sinnvolle Abrundung des Gesamtbildes sein, aber deswegen muss man noch lange nicht nahezu jedes Babe mit den immergleichen Schnörkeln verzieren.
Nee, bei so Sachen bin ich eher konservativ. Ein Brandzeichen geht in Ordnung, schliesslich will man ja wissen, mit wem man beim unbefugten Gebrauch Stress bekommt, aber ansonsten sollten sich nur abwaschbare Flecken auf dem Babe befinden.
Das ist genau so eine Sache wie mit den ganzen extremen Piercings, das wird auch oft total übertrieben. Gegen einen Nasenring hab ich nichts, das kann schon nützlich sein, falls man das Bunny mal kurz wo festmachen will, aber wenn man grössere Mengen Stahl übrig hat, sollte man den doch besser zu einer Hutze oder etwas anderem sinnvollen verbasteln. Sonst kommt am Ende noch einer mit ‘nem grossen Schrottmagneten vorbei, und weg ist die Lady.
Aus aktuellem Anlass
gibt es am rechten Rand jetzt eine Sektion “Fans”. Da wird jeder verlinkt, der einen Link auf dieses Blog setzt. Bislang ist das zwar noch recht übersichtlich, aber ich plane, das nach und nach zu einem weltumspannenden und -dominierenden Netzwerk auszubauen.
Sollte ich dabei wen vergessen haben, kurze Mail genügt.
Babe des Tages
So, heute habe ich euch mal ein paar Fotos von meiner neuen Sekretärin mitgebracht.
Ich muss zugeben, das Leben als Profi-Blogger hat schon seine Vorteile. In Zukunft kann ich nämlich die Artikel einfach diktieren, anstatt selber tippen zu müssen. Das wird auf Dauer eine enorme Arbeitserleichterung bringen.
Bislang klappt das zugegebenermassen allerdings noch nicht so ganz, weil ich mich erstmal in die (ordnungsgemässe Benutzung einer) Sekretärin einarbeiten muss.
Der Propagandaminister informiert: Atom-Zombies fressen kleine Kinder
Wer die “Protokolle der Weisen von Zion” glaubwürdig findet, an Ufos, Chemtrails und Lichtnahrung glaubt und WLAN für tödliches, krebserregendes Teufelszeug hält, wird wohl auch an diesem Machwerk seine Freude haben.
Denn seitdem “Jud Süss” nicht mehr im Kino gezeigt werden darf und der “Schwarze Kanal” von den Mattscheiben verschwunden ist, gibt es kaum noch Filme oder Fernsehbeiträge, bei denen man so richtig bequem das Gehirn abschalten und sich voller Wonne in irrationalen Ängsten und selbstgerechter Empörung suhlen kann.
Aber für die Befriedigung derartiger Bedürfnisse gibt es ja Leute wie die Frau Pausewang, und weil offenbar ein guter Teil des Zielpublikums mit der Lektüre eines Kinderbuches überfordert ist, hat man diese Wahnphantasien einer ehemaligen Lehrerin nach schlappen 20 Jahren erstmalig verfilmt – übrigens mit Billigung von Greenpeace, wie auf der Homepage stolz verkündet wird.
Immerhin kann keiner behaupten, es würde verschwiegen, aus welcher Ecke dieser Film kommt: Er ist von und für gescheiterte Existenzen, die in den 80ern vor lauter Prügeln und Randalieren gegen die Kernenergie nicht zum Lernen bzw. Studieren gekommen sind, und die sich jetzt bei Vereinen wie ATTAC und Greenpeace eine Abwechslung zur täglichen Hartz-IV-Tristesse suchen.
Damit wäre eigentlich schon genug gesagt über diese zu allem Überfluss auch noch reichlich kitschige Schundproduktion, wenn nicht mal wieder ausgerechnet Schüler, die sich im Gegensatz zu Erwachsenen nicht dagegen wehren können, damit gefoltert werden sollen, genau wie seit 20 Jahren mit dem gleichnamigen Buch. Obwohl, wie selbst die Autorin selbst in einer ihrer wenigen lichten Momente eingesehen hat: “[Die jungen Leute] lassen sich nicht ihre Vorstellung, ihre Denkweise und ihre Denkrichtung von Erwachsenen vorschreiben”. Hoffen wir, dass das auch so bleibt.
Babe des Tages

“Mikiko Toyo” ist zwar höchstwahrscheinlich genau so ein Künstlername wie “Wendy Wantmorecock” oder “Lisa Loch”, aber es klingt irgendwie netter, finde ich. Liegt aber vielleicht auch daran, dass ich kein Japanisch kann.
Wobei “Lila Loch” als Titel für Filmproduktionen, deren Inhalt vorwiegend aus unzüchtigen Handlungen mit zu Werbezwecken eingefärbten Paarhufern besteht, ja schon fast wieder originell wäre. Vielleicht sollte ich mir diese Idee patentieren lassen, nebst der Story für eine rührselige Doku, die begleitend zum Film den Abstieg der Hauptfigur vom Werbestar über die Mitwirkung an drittklassigen Pornos bis hin zum ihrem tragischen Ende auf einem Steakweck beschreibt. Hm, ich glaube ich muss jetzt unbedingt mal mit Hollywood telefonieren…
ärger-inkl.com
Keine Empfehlung dürfte wohl dieses Schreiben der Firma “Neue Medien Münnich”, besser bekannt als all-inkl.com, für potentielle Webhosting-Kunden sein:
Sehr geehrter Herr XXXXX,
Hiermit kündigen wir Ihren Account mit der Kundennummer XXXXX und der Domain www.euroislam.info fristlos mit sofortiger Wirkung. [...] Ausschlaggebend waren Beschwerden, welche bei uns eingegangen sind, und auch der Umstand, dass alleine durch die Abbildung der Mohammed-Karikaturen anderenorts Menschen sterben.
Der letzte Satz gibt zu denken: Karikaturen, die so fies sind, dass alleine durch ihre Abbildung Menschen sterben? Ich meine, ich kann ja selber auch nicht besonders gut zeichnen, aber überlebt haben das bislang immer alle.
Aber mal im Ernst: Zwar ist es selbstverständlich das gute Recht jedes Anbieters, auf seinem Server wen auch immer zu hosten oder nicht zu hosten. Aber es ist auch mein gutes Recht, mir anhand beliebiger Kriterien eine Meinung über die Zuverlässigkeit oder Nicht-Zuverlässigkeit eines (potentiellen) Geschäftspartners zu bilden. Und wer bestehende Verträge lediglich aufgrund irgendwelcher Beschwerden irgendwelcher Heinis einfach mal eben so fristlos kündigt und sofort darauf die Präsenz sperrt, kommt halt in der Wertung für Zuverlässigkeit nicht gerade gut weg.
Nun muss andererseits fairerweise gesagt werden, dass das Problem aus Sicht des Hosters rein betriebswirtschaftlich gesehen eine zweischneidige Sache ist: Bei den üblichen Margen in diesem Geschäft wird ein Kunde schnell zum Verlustgeschäft, dessen Präsenz -aus welchem Grund auch immer- zu einem erhöhten Supportaufwand führt (“Beschwerde”mails von üblichen Lamentierern und “isch-mach-disch-Messer”-Halbstarken könnte man zwar einfach kommentarlos löschen, aber es hat in ähnlichen Fällen durchaus auch schon DDOS usw. gegeben). An dieser Stelle würde nur eine gewisse Standfestigkeit bzw. Prinzipientreue helfen, aber derartige Tugenden sind halt heutzutage nicht mehr so modern wie früher. Trotzdem hätte es natürlich vernünftige Wege aus der Situation gegeben, z.B. indem man mit dem Kunden eine Frist zum Wechsel zu einem anderen Anbieter vereinbart.
Rein ökonomisch gesehen wird sich hier auf Dauer wohl eine Marktdiversifikation in Anbieter, die auch kritische Inhalte hosten (und sich dies ggf. extra vergüten lassen), und andere, die aus Effizienzgründen schon beim geringsten Anzeichen einer Beschwerde kündigen, einstellen. Aus libertärer Sicht wäre daher lediglich eine mangelnde Markttransparenz zu kritisieren, weil man in der Regel vorher nicht weiss, welcher Hoster welche Linie verfolgt. Aber zumindest all-inkl.com hat ja jetzt mal angefangen, diesbezüglich für Klarheit zu sorgen.
Free As In VIP-Ticket
Normale Menschen müssen, so sie denn den Wunsch verspüren, die Fussball-WM live zu verfolgen, mit Kartenpreisen bis zu 100 Euro rechnen, die im Voraus zu bezahlen sind, ohne dass im Gegenzug garantiert wird, auch eine Karte zu bekommen (wer keine ergattern kann, bekommt das Geld immerhin irgendwann später zurück).
Klar, dass einem Politiker so eine nervige Prozedur keinesfalls zuzumuten ist. Und deswegen kriegen diese besonders gleichen Damen und Herren gleich mal vorneweg über 10.000(!) Freikarten für lau ‘rübergeschoben, die höchstwahrscheinlich auch nicht versteuert werden müssen, schliesslich gehen die ja nicht etwa zum Spass dahin, sondern nur um ihre “repräsentativen Pflichten” zu erfüllen. So wie z.B. der Präsident des Bundesverfassungsgerichtes, dessen Abwesenheit bestimmt von Millionen in- und ausländischen Fussballfans schmerzlichst bedauert werden würde. Oder die Fraktions- und Parteivorsitzenden aller im Bundestag schmarotzendenvertretenen Parteien, denen wohl kaum zugemutet werden kann, die aus der Bürde ihrer globalen Popularität(*) entstehende Repräsentationsnotwendigkeit aus dem eigenen, schmalen Salär zu finanzieren.
Ob die Übertragung der Politiker-VIP-Karten auf Neffen, Nichten und sonstige Günstlinge übrigens genauso kompliziert ist wie bei Privatleuten (“nur bei wirklich triftigen Gründen”), wird leider nicht berichtet. Dafür aber darüber, dass Politiker aller Parteien die Freikartenregelung voll in Ordnung finden, was wiederum beweist, wie gut uns die parlamentarische Selbstkontrolle vor Vorteilsnahme und Privilegienwirtschaft schützt.
(*) Kleines Ratespiel, kein Preis: Nenne aus dem Kopf die Namen wenigstens zweier Bundestags-Fraktionsvorsitzender. Siehst Du, so wichtig sind die.
Babe des Tages
Bald kommt ja wieder der Frühling, da zieht es die Babes ins Grüne und aus den Kleidern. Hier schon mal ein Vorgeschmack…
Meiner ist 20m lang
Nette, bebilderte Anleitung, wie man sich einen 20m-Mast zum Zwecke einer schnellen Internetverbindung errichtet (Link). Mit einem Aufwand von 400 CA$ (ca. 300€) erreicht der gute Mann jetzt sagenhafte 300kBit/s. Manchmal hat es eben doch Vorteile, in einem dicht besiedelten Land zu wohnen…
Andererseits spricht es doch sehr für Kanada, dass man sich da einfach so einen Mast in den Vorgarten stellen kann, wenn man ihn braucht. Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Amtsakte, Erlaubnisscheine und Genehmigungen in Deutschland für so ein Projekt nötig wären (inklusive Protesten abergläubischer Nachbarn wegen “Elektrosmog”). Wahrscheinlich würde man schon beim Antrag vorsichtshalber verhaftet, in einem Land, in dem ein 14-jähriger für die Errichtung einer 5m(!) hohen Holzachterbahn im elterlichen Garten nicht etwa einen Preis, sondern eine Abrissverfügung mit Bussgeldandrohung bekommt.
Nachtrag: da die Seite derzeit etwas überlastet scheint, hier ein Ersatzlink.




