Google Street (Walker) View
Bevor man anhält, um die hübschen jungen Damen am Straßenrand nach dem Weg zu fragen, sollte man vielleicht lieber noch mal gucken, ob direkt hinter einem nicht gerade so ein komischer Kamerawagen fährt:
Ach ja, falls ihr selbst mal bei den beiden vorbeischauen wollt: Hier geht’s lang…
Union vs. FDP vs. USA
Lustich, wenns nich traurig wär:
(via DDH)
Immerhin: Die Amis haben das iMerkel in der letzten Woche gleich zweimal von hinten genommen. Einmal mit Opel, worüber ja auch in der hiesigen Presse zu lesen war. Schon vorher aber haben sie der der Klimalüge eine fette Absage erteilt, obwohl Merkel in ihrer Rede ja so inbrünstig darum gebettelt hatte, die Dollars der amerikanischen Steuerzahler zusammen mit den deutschen Euros milliardenfach für das CO2-Hirngespinst zum Fenster rauszuwerfen. Das war dann aber selbst dem Senat zu teuer, weil mit den veranschlagten 100 Milliarden (ja, wirklich!) könnte man stattdessen auch jedes Jahr gleich in mehrere kleine Länder einfallen. Interessanterweise liest man aber davon in der deutschen Presse überhaupt nix, da wird lediglich berichtet, wie toll doch alle Delegierten die “mitreißende” Rede gefunden hätten. Vermutlich hat von denen einfach keiner wirklich zugehört.
Eva, die geldgierige Schnorrliese
Braucht dringend Kohle: Internetabzockerin Dr. Eva Claudia S.Manche haben’s wirklich nötig: Da zitiert ein Blog einen Artikel aus der ZEIT, dessen offenbar finanziell etwas zu kurz gekommene Autorin namens Dr. Eva Claudia S. entdeckt das nach einer “digitalen Schleppnetzfahndung”, und anstatt sich über die kostenlose Werbung zu freuen, rennt sie flugs zum Anwalt. Der fordert erst mal 2200 Euro von dem bösen Verlinker; als sich dann herausstellt, dass darauf dann wohl doch eher kein rechtlicher Anspruch besteht, tut Madame gnädig und verlangt stattdessen erst eine kostenlose Reparatur ihres MacBooks, erhöht die Forderung aber später auf 10,- Euro für jede E-Mail, die sie bekommt. Von einem derart ausgeprägten Drang zu Abkassieren und Vorteilsnahme können wohl selbst die Schmidtlein-Brüder noch etwas lernen.
Johnny Häusler hat die Details, hier geht’s weiter in die zweite Runde, falls es wirklich jemanden interessiert. Wer möchte, kann sie ja auch mal per email fragen, wie es ihrem MacBook geht und was in aller Welt ihre private Mail mit einem völlig legalen (Klein-)zitat zu tun haben soll. Frau Dr. Eva Claudia Schweitzer bekommt nämlich gerne Mail, insbesondere von denen, die über sie berichten (oder sie gar verlinken) möchten – die sollen ihr nicht nur mailen, sondern müssen sogar, jedenfalls nach ständiger Rechtsprechung der promovierten Nichtjuristin Dr. Eva Claudia Schweitzer. Echte Anwälte sehen das übrigens ein wenig anders, aber das scheint die selbsternannte “Edelfeder” nicht zu stören. Was von ihren schreiberischen Qualitäten zu halten ist, kann der geneigte Leser übrigens hier oder auch hier selbst nachvollziehen. Ich finde, das spricht für sich.
Interessant am Rande: Die jederzeit liebenswürdige und bescheidene Dame ist -genau wie ihre Parteifreundin Julia Seeliger- Bloggerin bei der “taz”, und während letztere das Hetzen gegen die Piratenpartei als Hauptaufgabe betrachtet, streift Frau Dr. das Thema nur am Rande (”Möchtegernpiraten, die ihre Nächte im Schlafanzug vor dem Computer verbringen”). Wie auch immer, die taz hat offenbar ein ausgesprochen glückliches Händchen bei der Auswahl ihrer Blogger, die nun wahrlich perfekt geeignet sind, das Ansehen und die Seriosität der Publikation entscheidend zu mehren. Man darf gespannt sein, ob das auf Dauer so bleiben wird; wer zufälligerweise Leser der taz (glaub ich hier ja eher weniger) oder der ZEIT ist, kann sich da sicher auch mal in Absprache mit deren Kundenbetreuung fragen, ob er sein Geld in der Unterstützung derartiger Eskapaden wirklich sinnvoll investiert sieht.
Manchmal, so hört man, soll so was nämlich wirklich funktionieren: Frau Dr. Eva Claudia Schweitzer kam die Idee zur juristischen Zweitverwertung ihrer Ergüsse nach eigener Aussage erst, nachdem sie bei ihrem vorherigen Auftraggeber hochkant rausgeworfen wurde – wegen überhöhter Nachforderungen.
Ode an Kai

Es mag vielleicht den einen oder anderen irritieren, aber ich bewundere den Diekmann und sein Blog irgendwie. Nicht weil er so arschlochmäßig rüberkommt (auch wenn das entschuldbar ist, mit einem solchen Schicksal wär ich vermutlich auch nicht anders drauf), sondern weil ihm ganz offenbar absolut scheißegal ist, was andere über ihn sagen und denken.
Ich mein, kein vernünftiger Mensch würde sich selbst interviewen oder ein 360°-Panorama online stellen, in dem er selbst fünfmal vorkommt und dann erwarten, dass irgendwer das cool findet. Und Diekmann ist durchaus ein vernünftiger Mensch (warum, erklär ich gleich) und er weiß nicht nur ganz genau, dass niemand so was cool findet, sondern er weiß auch ganz genau, dass niemand seine Hackfresse auf jeder einzelnen Seite gefühlte 4000x sehen möchte – außer ihm selbst. Und genau weil er ganz allein das cool findet, macht er es. Und holt sich einen runter bei der Vorstellung, dass die Leute trotzdem alle hinklicken. Machen sie ja auch. Und das ist dann wirklich cool.
Quasi en passant lässt er mit dieser Art alle Kritiker auch noch ziemlich alt und sauertöpfisch aussehen. Ausser dem erbsenzählenden Oberlehrer Niggemeyer, weil der besorgt das schon selber. Das ist dann nicht nur cool, sondern auch ziemlich vernünftig, aus Diekmanns Sicht jedenfalls. Es funktioniert, genau wie BILD funktioniert, das nicht nur nach wie vor eine unglaublich mächtige Meinungsmaschine von der Art ist, wie wir sie alle gerne zur eigenen Verfügung hätten (wenn wir ehrlich sind), sondern ihren Betreibern auch noch einen Haufen Kohle einspielt (die wir natürlich auch gerne hätten). Diekmann hat diese Maschine. Seit über 10 Jahren. Obwohl er eigentlich nur ein Arschloch mit einem kleinen Pimmel ist, dem seine Leser so egal sind wie nur irgendwas. Das ist die mit Abstand schönste Definition von absoluter Freiheit seit Stirners Einzigem. Und genau dafür bewundere ich ihn.
dscheisse hab ich lang nicht mehr gebloggt
die ganze zeit nur noch rumgehangen, urlaub gemacht und auf krautchan gelauert. aber das hat jetzt ein ende, ich hab dieses lotterleben endgültig satt und mir deshalb geschworen, ab sofort morgen da nicht mehr zu pfostieren sondern lieber wieder mehr zu bloggen. wenn ich gepflegt grillen war und mir den lingo wieder abgewöhnt hab, jedenfalls.
und damit ihr das auch kontrollieren könnt, verrat ich euch den alias, den ich da benutzt habe: er lautet “Bernd”.
Wahlempfehlung(en) zum Sonntag
Es ist ja eigentlich traurig, aber ausser DSDS und Germany’s next Topmodel scheint nichts so viel Traffic und Backlinks zu bringen, wie wenn man über Parteipolitik (oder, wie Daniel Fallenstein beim Antibürokratieteam treffend bemerkte: SCHAFSCHEISSE) bloggt.
Aber gut, des Marktes Wille geschehe, hier also meine Empfehlungen für die Europawahl, in guter libertärer Tradition gibt es drei Varianten zur Auswahl, damit am Ende jeder das tun kann, was ich für richtig halte.
Variante 1: Das Scherbengericht
Diese Wahlalternative taugt für alle, die eine klare Linie bevorzugen und sich später nicht nachsagen lassen wollen, für irgendeinen Unfug mitverantwortlich zu sein (ich kenne Leute, die bis heute bereuen, anno ‘98 rot-grün gewählt zu haben, weil sie glaubten, alles ausser Kohl wäre besser. Auch 11 Jahre später kein schönes Gefühl). Wer das Scherbengericht wählt, ist sicher vor solchen Risiken und anderweitigen unerwünschten Konsequenzen, und geht vom Wahllokal mit dem guten Gefühl nach Hause, genau das gesagt zu haben was er wirklich meint. Die Sache hat nur einen Haken: Sie erfordert -anders als das Wählen anderer Parteien- ein Minimum an Vorbereitung sowie eine kleine Investition.
Und so funktioniert’s:
Spätestens am Samstag vor der Wahl besorgt man sich einen dicken, fetten Edding (mindestens 6-8 mm), also genau die Sorte, mit denen das dort ansässige bildungsferne Prekariat normalerweise Berliner Busse und U-Bahnen beschmiert. Damit schreibt man quer über den Stimmzettel
und, um nachfolgende Wählerinnen und Wähler auf die Existenz dieser Wahlalternative hinzuweisen, schreibt man das gleich auch noch ein paar Mal auf den Tisch der Wahlkabine. Keine Sorge, da die geheime Wahl grundgesetzlich geschützt ist besteht keine Gefahr, dass einem dabei jemand zuschaut. Wer möchte, macht ein Foto davon und schickt es mir per Mail – jede Einsendung wird von mir mit einem handsignierten IM Erika T-Shirt belohnt!
Die Vorteile
liegen auf der Hand. Eine klare Ansage nach Berlin und Brüssel, Mißverständnisse und nachträgliche Uminterpretationen sind praktisch ausgeschlossen.
Der Nachteil
Nur eine Handvoll Leute bekommen davon etwas mit, es sei denn ihr macht ein Foto davon.
Variante 2: APPD
Wie ein schlauer Leser bereits anmerkte, gibt es keinen vernünftigen Grund sich von den Staatsbütteln vorschreiben zu lassen, wen man wählen darf und wen nicht. Wer also die Balkanisierung Deutschlands vorantreiben will und Arbeit zwar scheisse, aber nicht so scheisse findet dass er die Arbeit, ein zusätzliches Feld für die APPD einzufügen, ablehnt, der tut eben dies und gibt seine Stimme den Pogoanarchisten.
Und so funktioniert’s
Mit dem vorhandenen Kuli malt man an geeigneter Stelle ein Ankreuzfeld für die APPD und versucht, nicht zu vergessen dieses anschließend, des Effekts wegen am besten in einer anderen Farbe, anzukreuzen.
Die Vorteile
Balkanisierung, Gewalterlebnisparks und Freibier.
Die Nachteile
Nur eine Handvoll Leute bekommt etwas davon mit, und bei denen besteht eine 99% Chance dass sie nicht mal wissen wer oder was die APPD ist.
Variante 3: PIRATEN
Diese Variante taugt vor allem für den raffinierten Taktiker, der genau verstanden hat, dass Wahlen keinesfalls dafür gedacht sind, den Wähler entscheiden zu lassen, was passieren soll – und der trotzdem mit den verfügbaren Mitteln möglichst viel erreichen will. Die totale Überregulierung und Verstaatlichung praktisch aller Lebensbereiche und die Tatsache, dass auf dem Wahlzettel keine Partei steht, die das alles grundlegend ändern will, bringen den Taktiker zu der Erkenntnis, dass der einzige Bereich des Lebens, in dem staatliche Regulierung und Verbieteritis noch nicht so richtig Fuss gefasst hat, nämlich das Internet, unbedingt gehegt und gepflegt und um jeden Preis vor den Bürokraken in Berlin und Brüssel geschützt werden soll. Und wenn es auch keine Partei gibt, die allgemein für die Freiheit eintritt, so gibt es mit den PIRATEN doch immerhin eine Partei, die kompromißlos und über jeden Zweifel erhaben für die Freiheit im Internet eintritt, und aus deren Umfeld (die Piratenpartei ist nur der politische Arm einer breiteren und weitestgehend unorganisierten Bürgerrechtsbewegung im Internet, zu denen auch der AK Zensur und der AK Vorrat zählen) in letzter Zeit einiger Sand in das Getriebe der Zensurverbietmaschine geworfen wurde. Natürlich weiss auch der Taktiker, dass bei den Piraten auch nicht alles Gold ist, was glänzt, und dass dort neben einigen freiheitlichen Denkern auch ein paar sozialistische Bevormunder angeheuert haben. Das ist aber irrelevant, denn: Da die Piraten sowieso kaum 5 Prozent, geschweige denn eine Mehrheit bekommen werden, kommt es auf deren Stimmverhalten gar nicht an. Worauf es dagegen ankommt, ist die Wahlkampfkostenerstattung, für die nur durchaus realistische 0.5 Prozent der Stimmen erforderlich sind und die dazu beitragen würde, den Widerstand gegen Zensur und Überwachung zu verstetigen und auf eine finanziell solide Basis zu stellen. Ohne Mandat, aber mit der Steuergeldern (die sowieso ausgegeben werden, nur würden sie ansonsten Leute bekommen, bei denen man sich das erst recht nicht wünscht) könnten die Piraten genau das sein, was sie am besten sein können: Ein Stachel im Arsch der zensur- und überwachungsgeilen Politverbrecher.
Und so funktioniert’s:
Mit dem bereitliegenden Kuli am Sonntag ein Kreuz bei den PIRATEN (Liste 29, am unteren Ende des Stimmzettels) machen. Staatsfeindliche Parolen nach Wunsch in der Wahlkabine, aber nicht auf dem Stimmzettel, verteilen.
Die Vorteile
Ein Stachel im Arsch der Politverbrecher. Bitte kräftig drücken!
Der Nachteil
Man muss die eigene Meinung darüber, was mit den Politverbrechern am besten zu machen wäre, anderswo verewigen. Zum Beispiel hier im Kommentarbereich.
Spaß mit Telemarketern
Seit einiger Zeit bekam ich Anrufe von einem Telemarketer, der mir gerne eine überteuerte PKV als Ersatz für meine bestehende, konkurrenzlos günstige Versicherung (die grundsätzlich keine Vermittlungsprovisionen zahlt) aufschwätzen wollte. Doch egal ob angeblich bis zu 13.000 Euro teure Rollstühle (”möchte nicht in eine Versicherung einzahlen, die Mondpreise bezahlt”), Nichterstattung von Homöopathie (”Wasser kommt bei uns aus der Leitung”) oder Heilpraktikern (”Wissen Sie, was 90% der Ausbildung von Heilpraktikern ausmacht? Man lernt zu erkennen, wann eine echte Krankheit vorliegt, damit man den Patienten zu einem richtigen Arzt schicken kann”) – keines der vorgefertigten Argumente mochte so richtig verfangen.
Aber ein guter Telemarketer gibt nicht so leicht auf: “Ihre Kasse erstattet auch nur bis zu 4 Wochen stationäre Psychotherapie” – “Meinen Sie, ich müsste für länger ins Irrenhaus?” – “So würde ich das nicht sagen, aber denken Sie mal an die, die zum Beispiel in Winnenden dabei waren, die brauchen oft jahrelange Behandlungen” – “Wenn ich eines Tages an einem Amoklauf teilnehme, dann bestimmt nicht auf Seite derjenigen, auf die geschossen wird”.
Er hat sich nie wieder gemeldet.
Libertas und AUF, oder: Der verspätete Aprilscherz
Aprilscherze macht man normalerweise am 1. April. Am 12. Mai dagegen erscheinen sie auch unter Berücksichtigung von Zeitverschiebung und Datumsgrenze reichlich deplatziert, selbst wenn man bei Libertas wohl generell recht eigentümliche Vorstellungen von Rechtzeitigkeit hat – eine Woche Zeit zum Sammeln von 4000 Unterstützerunterschriften ist vielleicht etwas knapp, und die tatsächlich gesammelten 3500 waren dem Bundeswahlleiter dann auch tatsächlich etwas zu wenig. Schade für Libertas, deren hochmotivierte Wahlkämpfer nun mangels Wahlkampf nicht so richtig viel zu tun haben. Was tun? Nun, man könnte die potentiellen Wähler ja mal so richtig nachhaltig in den April schicken. Auch wenn der schon eine ganze Weile vorbei ist.
Gesagt, getan: Die einst mit dem (dort mittlerweile wohl nicht mehr aktiven) Hoffnungsträger Carlos A. Gebauer gestartete Partei veröffentlichte nun auf ef-online einen Wahlaufruf zugunsten der AUF-Partei. AUF, das steht für “Arbeit, Umwelt, Familie“. Nun gut, meine Prioritäten sehen anders aus, aber schauen wir uns trotzdem mal deren Programm an. Das beginnt mit dem Untertitel “Christen für Deutschland”, aber so was wird in der Wahlkabine ja nicht kontrolliert, also weiter.
Worüber sorgt man sich in Beichtstuhl und Betkammer? Zuallererst über den “demographischen Wandel”, der, folgt man der AUF-Partei, vor allem Folge von drei Faktoren ist: “Ein millionenfaches
Töten frühen, menschlichen Lebens, ein Unterlaufen menschlich adäquater, sozialer Institutionen, wie Ehe und Familie und eine entsprechende Relativierung sexualethischer Grundsätze”. Moment mal: Millionenfaches Töten von Kindern? Das kann kein vernünftiger Mensch haben wollen. Genausowenig wie einen Staat übrigens, der “sexualethische Grundsätze” aufstellt – ich such mir ganz gerne selber aus, wer bei mir ins Schlafzimmer darf, und dazu gehören weder Angela Merkel noch die AUF-Supporterin Eva Herman (nun gut, bei letzterer könnte ich vielleicht eine Ausnahme machen, aber nur wenn nicht über Politik geredet wird).
Was den millionenfachen Kindermord angeht: Der eine oder andere mag sich vielleicht wundern, wieso man davon nichts in der Zeitung liest. Die Erklärung ist denkbar einfach: Weil es ihn nicht gibt. AUF bezieht sich nämlich nicht auf Kinder, sondern auf Abtreibungen (die man gerne verbieten möchte). Damit kommt man zwar auch nicht gleich auf Millionen (die amtliche Statistik weist für 2008 114′484 Schwangerschaftsabbrüche aus), aber vielleicht will man den Rest ja über die Anpassung der “sexualethischen Grundsätze” hinbekommen, zu denen das Programm leider keine weitere Aussage macht. Zur Unsinnigkeit der These “Abtreibung = Kindermangel” hat Stefan Blankertz bei der Freiheitsfabrik ansonsten alles Wesentliche gesagt, weswegen ich dem geneigten Leser Wiederholungen ersparen möchte.
Weiter im Programm. Nach einigen Seiten leerer Floskeln kommt auf Seite 11 der erste richtige Knaller: Ganz im Sinne der Bundeswurfmaschine “Zensursula” von der Leyen fordert AUF den Ausbau des Elterngelds – gestaffelt nach individueller Ferkelrate soll der Staat den Mamis ein “Erziehungsgehalt” zahlen (Seite 11). Das freut nicht nur Sozialisten, sondern besonders auch vermehrungsfreudige Neubürger, die damit erst recht keinen Anreiz mehr haben, sich mit altmodischer Erwerbsarbeit zu belasten – “Ali, schnall schon mal die Aishe im Keller fest”, könnte man da in Abwandlung des alten “Derrick”-Zitates fast sagen, sollte dabei aber betonen dass die Alis und Aishes, die diesem Klischee nicht entsprechen, nicht gemeint sind, weil so was wird ja gerne mal missverstanden.
Damit aus dem Nachwuchs später auch gute Staatsbürger werden, will AUF alle Staatsschulen nicht nur erhalten, sondern zu Gesamtschulen (der heilige Gral der Linken, Seite 14) umbauen. Zusätzlich kommt öfter mal ein “Familienhelfer” um nach dem Rechten zu schauen (Seite 12). Höhere Steuern auf Alkohol und Zigaretten sowie ein Ausbau der Medienzensur (”Jugendschutz”) sorgen dafür, dass bei Kindern und Erwachsenen der Ernst des Lebens betont wird und der Spass nicht überhand nimmt (ebenfalls Seite 12). Eines ist klar: Bei AUF wird der Mensch geschützt, von der Eizelle bis zur Bahre, ob er will oder nicht – dafür sorgt neben dem Abtreibungsverbot das Verbot der Sterbehilfe (Seite 13), schließlich soll man das “Geschenk des Lebens” bitteschön bis zum bitteren Ende auskosten, Krankheit hin oder her.
Ein besonderes Schmankerl findet sich auf Seite 15, dort fordert AUF nämlich die “CO2-neutrale Verkohlung für die Energieversorgung”. Fragt sich nur, wer da verkohlt werden soll? Bestimmt nicht die Bürger, die mit RFID-Chips markiert worden sind, denn so was will AUF auch verbieten (Seite 21). Auch wenn das noch nie irgendjemand gefordert, man kann ja trotzdem schon mal dagegen sein, politisches Vorsorgeprinzip sozusagen. Der Nachhaltigkeit sieht man sich auch verpflichtet: “Weg mit der Wegwerfgesellschaft!” heisst es auf Seite 16, “jeder Anbieter muss für die Qualität seiner Produkte für eine sinnvolle und wesentlich längere Zeit als jetzt (2 Jahre) haften” – Hersteller von Lebensmitteln und Klopapier sollten sich schon mal auf entsprechende Rücksendewellen vorbereiten.
Sollten Ulla Schmidt und Karl Lauterbach jemals in die Verlegenheit kommen, das AUF-Programm lesen zu müssen, würde ich ihnen ebenfalls die Seite 15 ans Herz legen: Die dort geforderte Bürgerversicherung entspricht nämlich haargenau den Vorstellungen der SPD. Zufall oder Ghostwriting? Vielleicht hätten die Autoren besser Carlos Gebauer gefragt, der kennt sich nämlich mit so was aus…
Wem jetzt noch nicht schlecht ist, der hat offenbar einen robusten Magen. Sehr empfehlenswert, wenn man sich mit den Ausführungen zur Umwelt- und Verkehrspolitik auseinandersetzen möchte (Seite 20). Dort soll nämlich eine massive Verteuerung der Energie dafür sorgen, dass “mittel- und langfristig das Verkehrsaufkommen insgesamt drastisch zurückgehen” kann. Bauer, bleib bei deiner Scholle, oder besser in deiner Passivhaus-”Ökosiedlung”. Es kann schließlich nicht angehen, dass jeder selbst entscheidet wie und wo er wohnen will. Auch wenn die AUFrechten Strategen noch mal genau erklären müssen, wie die Abschaffung des Verkehrs mit der ebenfalls geforderten “Dezentralisierung von bisher in Städten errichteten Strukturen” zusammengehen soll – aber vielleicht will AUF diese Strukturen ja auch nicht dezentralisieren, sondern lediglich duplizieren. Geld wäre jedenfalls genug vorhanden, denn während im Steuerprogramm (Seite 19) zwar von Subventionsabbau und Steuervereinfachung die Rede ist, wird keineswegs eine Steuersenkung gefordert, ganz im Gegenteil: Steuerhinterzieher sollen schärfer bestraft werden. Dagegen erscheint selbst die FDP vergleichsweise liberal. Die will übrigens im Gegensatz zu AUF auch die Wehrpflicht abschaffen, während man in Fürth wohl der Ansicht ist, irgendwo müssten die jungen Männer ja das Saufen und Rauchen lernen – wenn sie dank verschärftem Jugendschutz vorher am Erwerb dieser wichtigen Kulturtechniken gehindert werden. Mädchen brauchen das nicht, die sind ja sowieso schwanger.
Ansonsten steht AUF für wahrhafte christliche Nächstenliebe: “Wir wollen Deutschland zu einer Politik motivieren, die anderen Völkern dient, ohne eine Gegenleistung zu erwarten” heisst es auf Seite 24, und im Übrigen ist man der Ansicht, die deutsche Botschaft müsse dringend von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt werden (Seite 24). Schließlich haben wir ja sonst nichts Wichtigeres zu tun.
Fazit: Die AUF-Partei ist ein Hort der Polit-Esoterik, der den “Violetten” in nichts nachsteht und gegenüber dem die APPD (die leider nicht zur Europawahl antritt) als Inbegriff von Vernunft und Seriosität erscheint. Dann doch lieber Piraten…
Praxistipp: auf langen Flugreisen für Unterhaltung sorgen
1. den Laptop auspacken
2. langsam und bedächtig den Laptop öffnen
3. einschalten
4. sich überzeugen ob der Sitznachbar zuschaut
5. Internet öffnen
6. Augen kurz schließen, wieder öffnen und den Blick gegen den Himmel richten
7. tief einatmen und hier klicken
(via PI-Kommentarbereich)
Schlechte Aussichten
schweinegrippe hin oder her – die bullen haben den rinderwahnsinn ueberlebt und die politiker werden die schweinegrippe ueberstehen
(via fefe)
Big Dog
Schon irgendwie beeindruckend, das Robo-Viech:
Hot News
… die Bundesregierung plant die Abfuckprämie. Wer länger als neun Jahre mit der gleichen Frau verheiratet ist, erhält 250,- Euro für einen Bordellbesuch.




